Nach der Ära Flavio Becca sucht der F91 Düdelingen händeringend nach neuen Sponsoren. Mit dem einstigen Partner „UNIK Capital“ streitet sich der Verein nun vor Gericht. Über möglichen Vertragsbruch, drohende Insolvenzen und die Geldsorgen eines einstigen Serienmeisters.

In Zeitlupe und mit atmosphärischer Musik betreten Gerry Schintgen, Präsident des F91 Düdelingen, und Christophe Kadi von „UNIK Capital Solutions“ das Clubgebäude des Fußballvereins. „Ich freue mich sehr, UNIK Capital für die nächsten drei Jahre als Hauptsponsor unseres Vereins begrüßen zu dürfen“, erklärt Gerry Schintgen im Juni 2022 in einem Video auf der Facebookseite des Clubs. Das Video sollte eine neue Ära für den Verein einläuten.

„Wir sind eine Immobilieninvestmentgesellschaft mit Sitz in Luxemburg. Und da wir auch im Großherzogtum investieren, fanden wir es sinnvoll und interessant, uns an einem Abenteuer in diesem Land zu beteiligen“, sagte damals UNIK-Geschäftsleiter Christophe Kadi. Dieses „Abenteuer“ war aber nur von kurzer Dauer.

Seit mittlerweile zwei Jahren sind der F91 Düdelingen und sein ehemaliger Sponsor im Rechtsstreit. Der Vorwurf: Vertragsbruch. Vor Gericht erhielt der Verein im Juni vergangenen Jahres schließlich recht. Das Unternehmen soll 95.000 Euro inklusive Zinsen an den Verein zahlen, heißt es im Urteil, das Reporter.lu vorliegt. Ob dies geschehen wird, ist allerdings fraglich.

Prozess um ausstehende Sponsorengelder

Für den Düdelinger Fußballverein ging es bei dem Deal mit der Gesellschaft, die von der Unternehmerin Sylvie Maire Proia geführt wird, um viel Geld. Laut dem Vertrag, der Reporter.lu ebenfalls vorliegt, sollte „UNIK Capital“ während drei Jahren jährlich 300.000 Euro überweisen.

Der Verein war der Ansicht, dass wir für drei Jahre verpflichtet waren, was völlig unwahrscheinlich ist.“Brief von UNIK Capital an das Gericht

Zudem sollte auch Sylvie Maire Proias Sohn, Julien Proia, den Verein unterstützen. Der ehemalige Besitzer des Futsal-Komplexes „The Loft“ in Contern unterschrieb einen Vertrag, der der F91-Jugendabteilung jährlich 100.000 Euro einbringen sollte. Im August 2023 erklärte jedoch ein Gericht seine Firma für insolvent. Der Verein bekam das Geld nie zu sehen.

Ein ähnliches Schicksal könnte nun erneut drohen. Aus dem Urteil des Eilverfahrens („Référé“) am Bezirksgericht Luxemburg geht hervor, dass der Vertrag von „UNIK Capital“ lediglich für ein Jahr, und auch nur zum Teil, eingehalten wurde. Als Grund führt das Unternehmen die Baukrise in Luxemburg an …