Seit Montag ist die wissenschaftliche Untersuchung des „Luxembourg Centre for Educational Testing“ (Lucet) zur Alphabetisierung in der Grundschule öffentlich einsehbar. Reporter.lu hatte vor Kurzem berichtet, dass die Studie bereits seit Februar vorliegt, das Bildungsministerium sie aber unter Verschluss hielt, weil sie offenbar nicht die erhofften positiven Ergebnisse lieferte. Der Blick in das Dokument bestätigt diesen Eindruck sowie auch die methodischen Einschränkungen der Forscher. Das Ministerium seinerseits sieht sich durch die Gesamtheit der vorliegenden Auswertungen in seinem Ansatz bestärkt.
Grundlage der Lucet-Studie sind die „Epreuves standardisées“-Testergebnisse der Schülerinnen und Schüler aus den vier am „Projekt Alpha – Zesumme wuessen“ beteiligten Pilotschulen, von denen ein Teil seit dem Schuljahr 2022/2023 auf Französisch alphabetisiert wird, sowie die anderer Kinder, bei denen die Alphabetisierung in diesem Zeitraum traditionell auf Deutsch geschah. Das Ergebnis: Laut den Forschern des Lucet lassen sich keine nennenswerten Leistungsunterschiede zwischen den verschiedenen Schülergruppen feststellen – sowohl für Mathematik als auch für das Lese- und Hörverständnis der jeweiligen Alphabetisierungssprache, also Deutsch oder Französisch.
Gleichzeitig sprechen die Resultate nicht gegen den neuen Ansatz und weisen auch positive Aspekte aus. So berichteten Schüler der französischen Alpha-Gruppe von einer höheren Motivation sowie einem stärkeren Selbstvertrauen beim Lesen und Lernen ihrer Alphabetisierungssprache sowie von weniger Angst beim Lernen. Auch ihre Eltern fühlten sich deutlich besser in der Lage, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen …
Bereits Mitglied? Jetzt einloggen!
