Zwischen königlichem Bankett und Weltpolitik: Während Spanien den USA die Stirn bietet, inszeniert sich Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel als Krisenmanager und Retter seiner Landsleute. Reportage über einen offiziellen Besuch der verpassten Chancen.

Donnerstag, 5. März, 7:15 Uhr, „Salon d’honneur“ des Luxemburger Flughafens. Während eine Delegation aus Ministern, Beamten und Journalisten auf die Ankunft des großherzoglichen Paares wartet, um gemeinsam nach Spanien aufzubrechen, versammelt Xavier Bettel (DP) die Presse um sich. Der Außenminister will über die neuesten Entwicklungen im Iran-Krieg sprechen.

Thema sind jedoch nicht die vielen zivilen Opfer, die Auswirkungen auf die Energiepreise oder diplomatische Bemühungen der EU. Xavier Bettels Hauptanliegen ist an diesem Morgen ein anderes: die Luxemburger, die in den Hotels im Nahen Osten festsitzen. Sie sollen schnellstmöglich ihre Koffer packen können und ausgeflogen werden. Nach der Landung in Madrid, das gleiche Spektakel, dieses Mal gleich auf dem Rollfeld des Militärflughafens. Die Autokolonne der Luxemburger Delegation, und somit auch der Großherzog, muss warten.

Wenn Außenpolitik zur Nebensache wird

Der eigentliche Grund des Besuchs in Madrid rückte zumindest in diesen Momenten in den Hintergrund. Eigentlich sollten der Außenminister sowie der Wirtschaftsminister Lex Delles (DP), in Begleitung von Großherzog Guillaume, dort mehrere Vereinbarungen mit der spanischen Regierung unterschreiben. Finanzminister Gilles Roth (CSV) seinerseits begleitete die DP-Politiker, um die finanzpolitischen Interessen Luxemburgs zu vertreten. Die Vereinbarungen drehten sich zum Beispiel um eine engere Zusammenarbeit in der Außen- und Wirtschaftspolitik.

Doch der Auftritt von Xavier Bettel zeigte, dass es zumindest mit der außenpolitischen Zusammenarbeit nicht weit her ist. Denn während der Gastgeber, Ministerpräsident Pedro Sanchez, den USA untersagte, spanische Militärbasen für Angriffe auf den Iran zu nutzen und damit den Zorn von US-Präsident Donald Trump auf sich zog, verliert Xavier Bettel darüber kein Wort. Seine Sorge gilt auch hier in Madrid fast ausschließlich den gestrandeten Luxemburgern, und weniger dem internationalen Recht oder der europäischen Solidarität …

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