National herrscht ein Wohnungsnotstand vor, der aber nur bewältigt werden kann, wenn die Gemeinden mitziehen. Während sich Bauunternehmer über restriktive kommunale Verordnungen beklagen, verteidigt der Dachverband Syvicol in Person seines Präsidenten die Gemeinden.

Interview: Laurence Bervard

Herr Eicher, vor allem kleinere Gemeinden gelten als Bremser von großen Wohnungsbauprojekten. Können Sie die Kritik mancher privater Bauherren nachvollziehen?

Emile Eicher: Ich habe keinen Einblick in die Bautenverordnungen der 102 Gemeinden. Ich weiß deshalb nicht, ob einige Gemeinden einschränkende Regelungen haben. Die dem Syvicol vorliegenden und bereits eingereichten neuen Flächennutzungspläne („Plan d’aménagement général“, PAG) und die diesbezüglichen Studien erstrecken sich über rund 2.500 Seiten.

Ich bin aber ein Verfechter der angepassten Herangehensweise der PAG der neuen Generation. Darin kann sich letztlich jeder Grundstückbesitzer und Bauherr wiederfinden. Kleine Gemeinden haben jedoch das Problem, dass sie nicht das notwendige Know-How haben, um allen Herausforderungen der Bauplanung gerecht zu werden. Deshalb fordert der Syvicol eine einzige Anlaufstelle, einen „guichet unique“, an den sich die Gemeinden wenden können und der sie in diesem Prozess an die Hand nimmt.