Leih-Scooter erobern immer mehr Städte in Europa. Sie werden als grüne Lösung für das Verkehrschaos angepriesen. Doch am Beispiel Brüssel zeigt sich: Wirklich nachhaltig sind die Gefährte nicht. Und ohne rechtlichen Rahmen sorgen sie in erster Linie für Chaos.

Plötzlich standen sie an jeder Straßenecke. Sie heißen Lime, Dott, Flash und Troty und bringen ihre Nutzer von A nach B: Die Leih-Scooter-Flotten haben Brüssel erobert. Vor ein paar Monaten kannte man die Elektroroller lediglich vom Hörensagen. Heute kann man sich die belgische Hauptstadt ohne sie kaum noch vorstellen. Auf dem Weg zur Arbeit versperren sie den Bürgersteig. Auf öffentlichen Plätzen warten Dutzende Treter auf ihren Einsatz. Und auf den Straßen sieht man inzwischen mehr Scooter- als Fahrradfahrer.

Das Prinzip ist einfach: App runterladen, per Handy den Barcode scannen und schon geht die Fahrt los. Ein Euro kostet es in der Regel, die Scooter freizuschalten. Hinzu kommen 15 Cent pro Minute. Bei 25 Stundenkilometern bringen einen die Roller oft schneller zum gewünschten Zielort als Fahrräder oder öffentliche Verkehrsmittel.

Die ultimative Lösung für grünere Städte also? Damit werben jedenfalls die Anbieter, die inzwischen auch mit dem luxemburgischen Markt liebäugeln. Doch das Beispiel Brüssel zeigt: Die Scooter sind nicht so grün wie ihr Marketing vermuten lässt. Und das Mobilitätsmodell ist nur dann wirklich effizient, wenn der gesetzliche Rahmen dafür steht …