Außenminister Jean Asselborn setzt sich auf internationaler Ebene stets für eine humanistische Migrationspolitik ein. Zuhause stoßen die Strukturen zur Aufnahme von Asylbewerbern allerdings an ihre Grenzen. Die Regierung sieht die Gemeinden in der Pflicht.

Er sieht sich gerne als Gegenspieler von Matteo Salvini oder Viktor Orban. Bei der jüngsten Pressekonferenz von Jean Asselborn (LSAP) zur Luxemburger Asyl- und Migrationspolitik fielen die Namen Orban und Salvini jeweils drei Mal. Sonst wurde kein anderer Politiker namentlich erwähnt. Es sollte den Kontrast zwischen der Asylpolitik Luxemburgs und anderen europäischen Ländern verstärken.

Jedoch könnten fehlende Unterkünfte die Beteiligung Luxemburgs bei der Aufnahme von Migranten infrage stellen. Der Außen- und Immigrationsminister ist sich dessen auch bewusst. Falls der aktuelle Trend sich bestätigen sollte, könnte die Anzahl der Anträge im Februar rückläufig sein. In einem Nebensatz sagt er: „Für unsere Strukturen wäre es gut, wenn wir weniger beansprucht werden.“ Später wird er deutlicher: „Es tut mir leid, aber selbst mit dem besten politischen Willen ist man natürlich blockiert, wenn man den Menschen kein Dach über dem Kopf geben kann.“

Wo ein Wille ist, ist nicht immer ein Weg

Der Hintergrund: Luxemburgs Unterkünfte für Flüchtlinge sind ausgelastet. Im Dezember musste eine Unterkunft schließen. Fast alle Bewohner konnten in anderen Strukturen unterkommen …