Knapp vor dem Ende ihrer ersten Regierungsbeteiligung zeigen Déi Gréng deutliche Zeichen von Erschöpfung. Der Schock über den Tod von Camille Gira verdeckt tiefere Schwächen: Eine ausgedünnte Personaldecke, müde Parteimitglieder und mangelnde Durchsetzungskraft. Eine Analyse.

Die Symptome sind deutlich: Erst am Dienstag schmiss die Co-Parteipräsidentin Françoise Folmer hin – drei Wochen vor dem Wahlkongress ihrer Partei und mitten in den Verhandlungen über das Programm. Auch Spitzenkandidatin will sie im Norden nicht mehr sein. „Man muss loslassen, wenn man den Bogen überspannt“, begründete sie ihren überraschenden Schritt. Der Tod von Camille Gira habe sie nachdenklich gestimmt und sie sich ihrer eigenen Überlastung bewusst geworden, so Folmer.

Die Partei geht geschwächt in den Wahlkampf und zeigt ein deutliches Burn-out-Risiko: zu ehrgeizige Ziele, mangelnde Ressourcen, fehlender Einfluss und eine vergiftete Arbeitsatmosphäre. Gute Umfragewerte im Politmonitor ändern an den strukturellen Problemen wenig.