Manche Vermarktungsmethoden für Seniorenresidenzen sind dem Dachverband der Pflegedienstleister Copas ein Dorn im Auge. Im Fall eines Videoclips wurde bereits wegen vergleichender, irreführender und abwertender Werbung eine Klage eingereicht.

Der Markt mit nicht reglementierten Seniorenwohnungen boomt. Immobilienmakler haben eine Marktlücke entdeckt und offensichtlich kein Problem, Käufer zu finden. Das Familienministerium hat Firmen schon mehrmals verwarnt, das Ministerium für Verbraucherschutz prüft derweil, ob es sich bei den Vermarktungsmethoden um irreführende Werbung handelt.

Die Copas hat ihrerseits bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Im November letzten Jahres reichte sie eine Unterlassungsklage vor Gericht ein, damit ein Werbespot der „Immobilière Pierre Weydert SA“ eingestellt wird.

Es handele sich bei diesem Video um vergleichende, irreführende und abwertende Werbung („publicité comparative, trompeuse et dénigrante“, Anm. der Redaktion), so der Vorwurf der Copas. „In besagtem Video werden Altenheime auf verunglimpfende Weise dargestellt, um ihrem Ansehen zu schaden und die eigenen Dienstleistungen als bessere Alternative hervorzuheben“, so Netty Klein, Generalsekretärin der Copas. Solche Methoden seien inakzeptabel. Netty Klein unterstreicht: „Ein Altenheim ist mit einer Seniorenresidenz überhaupt nicht vergleichbar, weil Altersheime ganz andere Dienstleistungen anbieten.“ Das Video wird mit dem Slogan „Net prett fir an d’Altersheem? Dann besicht www.betreitwunnen.lu“ vermarktet.

Das Video ist weiterhin auf der Homepage derselben Immobilienfirma unter www.logementencadre.lu verfügbar. Die Immobilienfirma schaltete damit auch eine Anzeige im TV-Programm von „RTL“.

Richter weisen Klage in erster Instanz ab

Ein Richter urteilte im Dezember zugunsten des Immobilienmaklers.