Überwiegend ausländische Saisonarbeiter werden dieser Tage wieder die Weintrauben lesen. Die Winzer geben ihr Bestes, doch die Behörden sind auf ihre Ankunft unvorbereitet. Sowohl bei der Krankenversicherung als auch bei der Teststrategie gibt es Unklarheiten.

Testgutscheine ohne Teststrategie, Arbeitsverträge ohne Krankenversicherung: Recherchen von REPORTER haben ergeben, dass es sowohl bei den der Pandemie geschuldeten Sicherheitsmaßnahmen, als auch bei der Versicherungslage der Erntehelfer Widersprüchlichkeiten gibt. Juristen finden die Situation „bedenklich“. In den zuständigen Behörden herrscht Verwirrung.

Von einer angemessenen Vorbereitung auf die schätzungsweise tausend ausländischen Erntehelfer, die in den nächsten Tagen vor allem aus Polen nach Luxemburg kommen, kann nicht die Rede sein. Besonders in Zeiten einer Pandemie, in der das Risiko, dass ein Arbeiter erkrankt, erheblich wächst, sollte das Worst-Case-Szenario zumindest einmal theoretisch durchgespielt werden.

Kostenlose Tests für alle

Bereits Mitte Juli hatte das Gesundheitsministerium Richtlinien veröffentlicht, die im Kontext der Pandemie für die nötige Sicherheit der anreisenden Saisonarbeiter sorgen sollen. Sie beinhalten Empfehlungen zu Hygiene, Organisation und Unterbringung für die Winzer, sowie Informationsblätter in polnischer, rumänischer und bulgarischer Sprache für die Saisonarbeiter. Auf Anfrage bekommen alle Winzer Gutscheine, um ihre Erntehelfer vor Arbeitsantritt kostenlos auf Covid-19 testen zu lassen.

„In der Theorie ist das ja wunderbar“, sagt Armand Schmit-Fohl. Doch bei der Umsetzung hat der Winzer aus Ahn durchaus seine Bedenken …