Die Gewerkschaften verlangen ein sinnvolles Referendariat in der Grundschule, trotz vieler Reformen gibt es noch Unmut unter den Lehrkräften. Zudem schwingt in der Debatte immer die Frage der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Lehrerschaft mit.

Diese Legislaturperiode steht im Zeichen der Konsolidierung und der Evaluation der bereits verabschiedeten Reformen. So hält es das Koalitionsprogramm im Bereich Bildung, Kindheit und Jugend fest. Falls nötig soll es zu Anpassungen kommen, so etwa im Fall des Referendariats.

Ab dem Schuljahr 2016/2017 müssen alle neu angestellten Grundschullehrer ein Referendariat wie auch andere angehende Staatsbeamte absolvieren. 108 Stunden Theorie, Prüfungen und andere schriftliche Übungen: Die Referendare bekamen zwei wöchentliche Freistunden in den beiden ersten Jahren und eine im dritten Jahr, um den Anforderungen des Referendariats gerecht zu werden. Ziel der neuen Stage-Zeit in der Grundschule sollte es sein, den Übergang zwischen dem Studium und dem Berufsleben zu erleichtern.

Kritik der Gewerkschaften

Die Lehrergewerkschaft SEW (OGBL) war von Anfang an gegen dieses Referendariat. Für Patrick Arendt ist das Referendariat „sinnlos“. Die Gewerkschaften bangen um die Attraktivität des Berufes, die Referendare wären anschließend ausgebrannt und hätten des Öfteren die Motivation an ihrem Beruf verloren. Viele Kurse am „Institut de Formation de l’Education Nationale“ (IFEN) seien zudem nur eine Wiederholung des Studiums.

Ein allgemeine Kritik am IFEN wurde laut: In den Augen der Gewerkschaft gehört etwa die Quereinsteiger-Fortbildung an die Universität zu den anderen Studiengängen. Der Stage wurde nach dem ersten Jahr, im darauffolgenden Schuljahr 2017/2018 bereits umorganisiert, um die Belastung der angehenden Lehrer zu reduzieren. Dennoch ist der Unmut geblieben …