Mit einer Handbewegung ist das „Problem“ gelöst. Einfach fallen lassen und weiterziehen, so werden Menschen lästigen Abfall schnell los. Die „Vermüllung“ der Natur nimmt trotz empfindlicher Strafen seit Jahren zu. Die Entsorgung des Abfalls kostet den Staat jährlich über eine Million Euro.

Raul Birenbaum nimmt alles in die Zange, was ihm in den Weg kommt. Und das kann an einem Morgen eine ganze Menge sein. Zusammengepresste Plastikbecher, Red-Bull-Dosen, Papiertüten, in denen sich gelegentlich noch Essen befindet.

Im frisch gemähten Gras entlang der N13 präsentiert sich der Ausläufer unserer Wegwerfgesellschaft. Raul Birnbaum und sein Kollege Gil sammeln ihn zwischen Filsdorf und Remich wieder ein. Zu Fuß gehen sie den Weg ab – zwei- bis dreimal pro Monat. Immer unterschiedliche Strecken. Immer der gleiche Müll. Nach den Wochenenden, Feiertagen und in den Sommermonaten finden sie am meisten. Dann, wenn die Menschen draußen unterwegs sind und ihre Spuren hinterlassen. „Littering“ nennt sich das – oder „Vermüllung“.

Alles, was einem aus der Hand, aus dem Auto oder vom Fahrrad fallen kann, stopfen sie dann in die blauen Müllsäcke. Zigarettenstummel sind Klassiker, Heroinspritzen keine Seltenheit, Kleidungsstücke immer wieder dabei.

An diesem Mittwochmorgen füllen die beiden Mitarbeiter des Ponts et Chaussées auf drei Kilometern drei Mülltüten – und die Schicht ist noch nicht vorbei. „Es ist erschreckend, was die Leute so alles wegschmeißen. Aber noch erschreckender ist, dass man den Abfall nicht einmal sieht, wenn man mit dem Auto vorbeifährt“, sagt Raul Birenbaum.