Wäre das Parlament ein Unternehmen, hätte es ein Problem: kein Mutterschaftsurlaub, keine Elternzeit und – oh Wunder – ein Mangel an jungen Frauen. Die normalen Standards der Arbeitswelt müssen auch in der Politik gelten. Ein Kommentar.

Bei jeder Wahl ist es das gleiche Spektakel: Die Parteien suchen verzweifelt nach potenziellen Kandidatinnen. Alte weiße Männer gibt es im Überfluss, doch es fehlt an jungen Frauen, die bereit sind, ein Mandat zu übernehmen. Und dann wird gerätselt, woran das wohl liegen mag. Trauen sie sich etwa nicht?

Die Debatte über Mutterschaftsurlaub und Elternzeit für Mandatsträgerinnen zeigt, dass die Antwort banaler ist. Im Parlament, in der Regierung und in Gemeinderäten ist Familienplanung ein Fremdwort. Junge Mütter (oder Väter) sind völlig auf sich allein gestellt – es gibt keine Regeln, keine Unterstützung und kein Interesse für ihre Sorgen. Wäre die Politik ein Unternehmen, dann würde sich niemand wundern, warum dort niemand arbeiten will.