Wegen seiner schwierigen Vergangenheit will ein Mann seinen Familiennamen ablegen und den von Frau und Tochter übernehmen. Dafür reicht er einen Antrag beim Justizministerium ein – der aber abgelehnt wird. Die Richter des Verwaltungsgerichts sehen das allerdings anders.

Dass ein Mann den Nachnamen seiner Frau annehmen will, war früher äußerst selten – und ist auch heute noch eher die Ausnahme statt die Regel. Ein Mann wollte aber genau das. „Es ist schon ein besonderer Fall“, sagt seine Anwältin Alexandra David im Gespräch mit REPORTER. „Zumal eher Frauen dazu bereit sind, den Namen ihres Mannes anzunehmen.“

Ihr Mandant wollte es anders machen. Also reichte er dafür einen Antrag beim Justizministerium ein. Dieses lehnte seinen Antrag in Form eines großherzoglichen Beschlusses ab.

Weil der Mann sich damit nicht zufriedengab, wurde aus dem Fall für das Justizministerium ein Fall für die Justiz. Das Verwaltungsgericht entschied Mitte Januar für den Mann: Die Ablehnung des Ministeriums sei zu annullieren. Und das aus gleich mehreren Ursachen.

Name der Geburtsurkunde gilt

Fest steht: Dass jemand den Namen des Ehepartners – meist sind es Frauen – annimmt, ist in Luxemburg ein alter Brauch. Rechtlich ist es allerdings nicht erlaubt, seinen Nachnamen zu ändern. Jede Person behält ihr Leben lang den Namen, der in der Geburtsurkunde festgeschrieben steht. Das gilt sowohl für Frauen, als auch für Männer.

Auf dieses Gesetz basiert sich auch das Justizministerium in seiner Argumentation. Es ließ sich außerdem ein Gutachten des Staatsrats und der Generalstaatsanwaltschaft erstellen. Beide sprachen sich gegen eine Namensänderung aus. Im Schreiben des Generalstaatsanwalts steht: „Le droit luxembourgeois ne permet pas, en effet, à l’homme marié de porter le nom de sa conjointe.“