Rund 20 Jahre dauern die Arbeiten an der neuen Verfassung bereits an. Der Vorstoß der CSV, den vorliegenden Text in dieser Form nicht mitzutragen, ist dabei nur die jüngste Wendung in einer Geschichte von sehr langsamen Fortschritten.

Bereits im Jahre 1999 erklärte eine Mehrheit im Parlament eine Vielzahl der Artikel der luxemburgischen Verfassung für reformbedürftig. Die damals aus den Wahlen hervorgegangene CSV-DP-Koalition verpflichtete sich in ihrem Regierungsprogramm ein neues Grundgesetz auszuarbeiten und dieses am Ende per Referendum verabschieden zu wollen.

In der Folge kamen die Arbeiten an der Reform aber nur sehr schleppend voran. Neue Dynamik erhielt der Prozess durch die institutionelle Krise von 2008. Die Weigerung Großherzogs Henri, das Euthanisiegesetz zu unterzeichnen, brachte die Parteien dazu, ad hoc die Verfassung zu ändern und das Staatsoberhaupt weiter in seinen Kompetenzen zu beschneiden …