Nach einem Legionellenbefund im Trinkwasser eines Studentenwohnheims lässt die Universität das Gebäude nun räumen. Doch einige Studierende protestieren und werfen dem Rektorat schlechtes Management und einen fahrlässigen Umgang mit ihrer Gesundheit vor.

Während Stéphane Pallage, der Rektor der Universität Luxemburg, die Bewohnerinnen und Bewohner des Studentenwohnheims im alten Dominikanerkloster auf dem Limpertsberg besuchte, trank er mehrere Gläser Leitungswasser. Er habe während des lange dauernden Gesprächs Durst bekommen, erklärt er im Interview mit Reporter.lu. Die Studierenden hingegen fühlen sich durch seine Handlung provoziert.

Kurz vor seinem Besuch am 1. Juli hatte der Rektor die komplette Räumung des Wohnheims angekündigt. Der Grund: verschmutztes Trinkwasser. Untersuchungen hatten ergeben, dass das Wasser neben Ablagerungen durch rostige Rohre auch durch Legionellen verunreinigt war. Mit Bakterien also, die zu gefährlichen Lungenkrankheiten und im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Nur eine Vorsichtsmaßnahme?

Die Konzentration der Legionellen im Studentenwohnheim sei jedoch „weit von einem kritischen Wert entfernt“, heißt es in einer E-Mail der Universitätsverwaltung vom 2. Juli. Der Beschluss, alle Bewohner so schnell wie möglich an einen alternativen Standort umzusiedeln, sei in diesem Sinne eine reine „Vorsichtsmaßnahme“. Das Kaltwasser entspreche den Qualitätskriterien und sei trinkbar, versichert die Universität in ihrem Schreiben, das die Aussagen des Rektors noch einmal zusammenfasst. Dennoch ließ sie noch am selben Tag mehrere Sixpacks Wasser pro Person zum Studentenwohnheim liefern …