In komplexen Kriminalfällen oder solchen mit zahlreichen Verdächtigen stellt der Umstand, dass verhaftete Personen bis zur Befragung durch einen Untersuchungsrichter maximal 24 Stunden in Gewahrsam bleiben dürfen, die Ermittlungsbehörden bisweilen vor Probleme. Eine Gesetzesanpassung schafft nun die Möglichkeit, die Dauer der Inhaftierung um weitere 24 Stunden zu verlängern.

Diese Möglichkeit ist aber nur in Ausnahmefällen gegeben und muss durch einen hinreichenden Tatverdacht begründet sein. Von dieser Maßnahme darf der Untersuchungsrichter in Bezug auf eine Person auch nur ein einziges Mal Gebrauch machen.

Mit dieser Ausnahmeregelung soll der Untersuchungsrichter mehr Zeit erhalten, um alle verhafteten Personen zu befragen, was vor allem in Fällen, in denen eine Vielzahl von Verdächtigen zeitgleich festgenommen wird, von Vorteil sein dürfte. Dies ist etwa bei Razzien im Bereich des Drogen-, Waffen- oder Menschenhandels gängige Praxis …