Wenn ein Luxemburger im Ausland einem Verbrechen zum Opfer fiel, waren die hiesigen Strafverfolgungsbehörden bis dato darauf angewiesen, dass die örtliche Justiz dem Fall nachging. Sie selbst hatten ansonsten keine Handhabe. Eine Gesetzesanpassung soll das ändern.

Hintergrund war ein Mord im Oktober 2011 in Brasilien. Damals war ein 71-jähriger Luxemburger auf Hochzeitsreise an der Copacabana von Auftragskillern getötet worden. Den Mord befohlen hatten seine neue Ehefrau und eine Komplizin. Mutmaßliches Motiv: die Erbschaft. Im März 2016 wurden sie in Luxemburg in zweiter Instanz zu 30 beziehungsweise 24 Jahren Haft verurteilt.

Dass den Frauen, beide keine Luxemburger, aber hier wohnhaft, überhaupt im Großherzogtum der Prozess gemacht werden konnte, ist einem juristischen Kunstgriff zu verdanken …