Die Stadt Luxemburg hat ein renommiertes Architektenbüro mit einem Konzept für „sanfte Mobilität“ beauftragt. Doch Schöffe Patrick Goldschmidt stellt lediglich „punktuelle Anpassungen“ in Aussicht. Der Handlungsdruck ist durch Staus hoch, doch die Politik bremst.
258.825 Euro. So viel gibt die Stadt Luxemburg aus, um ein Konzept für die „sanfte Mobilität“ zu erstellen. International renommierte Berater würden das bestehende Fahrradnetz prüfen, rühmte sich der Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) im Interview mit „RTL“. Sobald die Studie im Frühjahr 2025 vorliege, würden „punktuelle Umsetzungen“ gemacht, schränkte er jedoch im gleichen Atemzug die Tragweite des Vorhabens ein.
Es ist ein wiederkehrendes Muster: Die Luxemburger Verkehrspolitik produziert vor allem Papier. Nur wenige Projekte werden tatsächlich umgesetzt. Dabei besteht ein hoher Druck zum Handeln. Es ist ein Paradox, das auch in den aufeinander folgenden Studien betont wird – mit wachsender Dringlichkeit. „Das Straßennetz hat in der Innenstadt die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. […] Die Herausforderung ist, einen Teil des Kfz-Verkehrs auf den ÖPNV und die sanfte Mobilität zu verlagern, damit das Straßennetz auch bei dynamischem Wachstum funktionsfähig bleibt“, heißt es im Mobilitätsplan der Stadt Luxemburg.
Konkret bedeutet das: Entweder nutzen in Zukunft mehr Menschen den öffentlichen Transport oder fahren Rad, oder die Stadt versinkt im Stau. Es ist also keine Frage der politischen Vorlieben, sondern der Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens.
„Schrittweise“ mehr Radfahrer und Fußgänger
Die Dringlichkeit ist der Stadt Luxemburg zumindest bewusst. Die Ausschreibung für das „integrierte Fuß- und Radverkehrskonzept“ hebt einen „starken Handlungsdruck“ hervor, der sich aus dem Klimaschutz ergebe. Zudem müsse der motorisierte Individualverkehr „limitiert“ werden. Ziel sei es, eine mittel- bis langfristige Strategie zu erstellen und „konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Fuß- und Radwegeinfrastruktur“ auszuarbeiten. Damit sollen die Anteile der sanften Mobilität „schrittweise“ erhöht werden. Die Stadt solle gar eine „Vorreiterrolle“ erreichen, so der Wunsch des DP-CSV-Schöffenrates.
Die Zustandsbeschreibung im Mobilitätsplan lässt aber erahnen, wie hoch die Herausforderungen tatsächlich sind: „An vielen Hauptverkehrsstraßen mit starkem Verkehr sind jedoch noch keine separaten Radwege vorhanden. Anderenorts entsprechen Radverkehrsanlagen nicht mehr den heutigen Anforderungen“, lautete die Diagnose.
Trotz dieser Defizite wird das Fahrrad immer beliebter: „Der Radverkehr ist die Verkehrsart mit den stärksten Zuwächsen in den vergangenen Jahren“, hält der Mobilitätsplan fest. Die Folgen sind dramatisch …
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