Wegen möglicher strafrechtlich relevanter Missstände bei der „Caisse médico-complémentaire mutualiste“ (CMCM) wurde nun die Justiz eingeschaltet. Das Ministerium für soziale Sicherheit, dem die Aufsicht der CMCM obliegt, hat eine Anzeige („Dénonciation“) gestellt und somit der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass ein mögliches Delikt oder Verbrechen vorliegt. Die Anzeige soll sich gegen CMCM-Generaldirektor Fabio Secci richten. Es bestehe unter anderem der Verdacht auf Vertrauensmissbrauch, wie zuerst „RTL“ berichtete.

Die CMCM kommt seit Wochen nicht aus den Schlagzeilen heraus. Nachdem Ende Februar acht Verwaltungsratsmitglieder den Präsidenten André Heinen abgesetzt hatten, war in der Folge der Inhalt eines internen Finanzberichts von Anfang 2023 publik geworden. In dem Bericht warnt die zuständige Kommission, die sich aus vier Mitgliedern des Verwaltungsrates zusammensetzte, „dass das Vergütungssystem zu Missbrauch führen kann und ein Risiko der Steuerhinterziehung in sich birgt“.

Gemeint ist das Vergütungssystem, das Ende 2020 bei der CMCM eingeführt worden war und das zu teils exorbitanten Bezügen für den Generaldirektor führte, wie das „Luxemburger Wort“ berichtete. Fabio Secci soll für viele Aktivitäten, die eigentlich zur alltäglichen Arbeit eines Generaldirektors gehören, „Jetons“ erhalten haben. Auch Mittagessen oder ein Besuch der „Réiser Päerdsdeeg“ soll er sich so vergütet lassen haben …

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