Fünf Jahre nach dem ersten Corona-Fall in Luxemburg hat sich das Parlament diese Woche nochmals mit dem sogenannten „Large Scale Testing“ (LST) befasst. Anlass war ein Spezialbericht der „Cour des comptes“, der die großangelegte Testkampagne unter die Lupe nahm. Die Prüfer stellten dabei einige Unregelmäßigkeiten fest, sowohl was die Effizienz der Maßnahme anbelangt als auch die Finanzierung und die Vergabe des Auftrags.

Das „Large Scale Testing“ war nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 angelaufen und sollte positive Covid-19-Fälle ausfindig machen. Vor allem asymptomatische Personen sollten isoliert werden, um so die Infektionsketten zu unterbrechen und einen erneuten Lockdown unnötig machen. Die erste Phase des LST ging vom 27. April bis zum 15. September 2020, die nachfolgenden Phasen, mit denen das Infektionsgeschehen überwacht werden sollte, bis zum 24. März 2021 bzw.15. September 2021. Insgesamt kostete das LST rund 160 Millionen Euro.

In seinem Spezialbericht, der am Montag Thema im parlamentarischen Budgetkontrollausschuss war, stellt der Rechnungshof unter anderem fest, dass in der ersten LST-Phase nur 41,64 Prozent der kontaktierten Personen der Einladung zum Testen gefolgt seien, in den nachfolgenden Phasen seien es 29,30 bzw. 31,28 Prozent gewesen. Die Test-Infrastrukturen seien jedoch nie angepasst worden, sie seien immer aufgrund der „theoretischen Testkapazität“ ausgelegt und demnach „überdimensioniert“ gewesen.

Die „Cour des comptes“ merkt auch an, dass es keine Datenbank gegeben habe, durch die die beim LST detektierten Covid-Fälle mit jenen aus dem „Contact Tracing“ hätten abgeglichen werden können …