Drei Jahre Gefängnis auf Bewährung, 10.000 Euro Geldbuße sowie ein fünfjähriges Verbot, ein öffentliches Amt auszuüben: So lautet die Strafe, die am Donnerstag gegen Roberto Traversini verhängt wurde. Der frühere Bürgermeister von Differdingen und Abgeordnete von Déi Gréng musste sich wegen Vorteilsannahme im Amt, Veruntreuung von öffentlichen Geldern und Fälschung vor Gericht verantworten. Zentrale Frage war dort, wie und warum das öffentliche Interesse mit den privaten Interessen von Roberto Traversini in Konflikt geraten war. Reporter.lu hatte im Januar über den Prozess berichtet.
Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit einem Haus in Niederkorn, das Roberto Traversini 2019 geerbt hatte und zu dem auch jenes „Gaardenhäischen“ gehörte, das zu der gleichnamigen Affäre um den grünen Politiker, seine Parteifreundin, die damalige Umweltministerin Carole Dieschbourg, und zum Rücktritt beider führte. Während die Justiz das Strafverfahren in der „Gaardenhäischen“-Affäre, bei der es um eine mögliche Bevorteilung von Roberto Traversini durch die Ministerin ging, letztlich ohne Folgen für beide einstellte, haben die anderen Vorwürfe jetzt eben strafrechtliche Konsequenzen.
In diesem Prozess ging es unter anderem um eine Abstimmung im Gemeinderat Differdingen im Juni 2019 über den Allgemeinen Bebauungsplan (PAG) der Stadt. An dieser Abstimmung nahm Roberto Traversini damals teil, obwohl dabei das Grundstück seines Hauses in Niederkorn von einer Gartenzone in eine „Zone d’habitation 1“ umgewidmet werden sollte und die Immobilie aus Sicht der Staatsanwaltschaft dadurch an Wert gewonnen hätte …
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