Ein Luxemburger Botschafter steht wegen mutmaßlicher Beamtenbeleidigung vor Gericht. Er soll in einem Nachtclub im Bahnhofsviertel über die Stränge geschlagen und Polizisten eingeschüchtert haben. Dem geständigen Diplomaten droht eine Bewährungsstrafe.

„Schäiss Lëtzebuerger Police“, „Dir Aaschlächer“, „Fuck the Police“: Die Worte, die Georges Faber vor zwei Jahren wählte, würde man nicht unbedingt von einem Diplomaten erwarten. In jedem Fall verfolgen sie ihn bis heute. Denn am Mittwochvormittag musste sich der aktuelle Luxemburger Botschafter in Ankara vor der siebten Strafkammer des Bezirksgerichts Luxemburg für seine Wortwahl verantworten. Der Vorwurf gegen den heute 60-jährigen Berufsdiplomaten: Beamtenbeleidigung und versuchte Einschüchterung von Beamten im Dienst.

Was war passiert? Der Vorfall geht zurück auf den 28. Dezember 2022. Eigenen Aussagen zufolge war Georges Faber damals seit Längerem mal wieder in Luxemburg. In einer Zeit, die er als damaliger Botschafter in Kasachstan vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs als sehr stressig empfunden habe. Hinzu kommt, dass er vor seiner Mission in Kasachstan Botschafter in Russland war. Die Situation habe ihm sehr zugesetzt. Er habe damals einfach „Stress abbauen“ wollen, so der Diplomat vor Gericht.

Vom „Cabaret“ in die Arrestzelle

Was mit „Stress abbauen“ gemeint ist: Zunächst habe er sich mit einem Freund zum Essen getroffen, schildert Georges Faber vor Gericht. Doch dort sollte der Abend nicht enden. Denn nach dem Restaurantbesuch zieht es den Botschafter in ein einschlägiges Nachtlokal im hauptstädtischen Bahnhofsviertel. Laut Informationen von Reporter.lu soll es sich dabei um das Cabaret „The Circle“ in der Rue du Fort Neipperg gehandelt haben.

Dat wäert dir nach bereien. Dir wësst net, wien ech sinn. Ech kenne Léit. Dir wäert gesinn, dir kënnt är Aarbecht verléieren.“Botschafter Georges Faber gegenüber Polizisten

Problematisch wird der Abend gegen 4.30 Uhr. Die Polizei wird in den Nachtclub gerufen. Die Betreiberin hatte den Beamten einen stark alkoholisierten Mann gemeldet, der sich weigere, seine Rechnung zu bezahlen, und randaliere. Konkret steht zu diesem Zeitpunkt eine Getränkerechnung in Höhe von 1.400 Euro im Raum – und ein mutmaßlicher Zechpreller. Im Grunde handelt es sich bis dahin um einen Routineeinsatz für die Polizei.

Dass der Mann Botschafter ist und damit eines der höchsten Staatsämter bekleidet, sollten die beiden diensthabenden Polizisten erst später erfahren. Vor Gericht schildert einer der am Einsatz beteiligten Beamten den Zwischenfall …