Eine neue Investition des „Luxembourg Future Fund 2“ wurde kürzlich vorgestellt. Dabei fällt auf: Das staatliche Finanzinstrument setzt zwar auf Zukunftsideen, aber nicht auf öffentliche Rechenschaft. Dabei mangelte es vielen Investitionen des Vorgängers an Erfolg.

Es war eine außergewöhnliche Pressekonferenz, zu der Finanzminister Gilles Roth (CSV) und Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) die Presse geladen hatten. Insgesamt waren nur vier Medienvertreter präsent, der Saal platzte trotzdem aus allen Nähten. Die Ränge waren gefüllt mit Beamten aus den Ministerien, der „Société Nationale de Crédit et d’Investissement“ (SNCI), dem „European Investment Fund“ (EIF) und von Partnern der belgischen Private-Equity-Gesellschaft „M80 Capital Partners“. Als deren CEO, Peter Maenhout, seinen Vortrag beendet hatte, brandete Applaus auf.

Dabei ging es an diesem Freitag vergangener Woche mit einer Investition von acht Millionen Euro bloß um einen Bruchteil des 200 Millionen Euro umfassenden „Luxembourg Future Fund 2“ (LFF2). Vorgestellt worden war dieser vor fast genau einem Jahr, damals noch von Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) und Finanzministerin Yuriko Backes (DP). Diese hatten den neuen Fonds als ein Instrument „mit noch mehr Feuerkraft“ präsentiert. Der LFF2 sollte verstärkt in heimische kleine und mittlere Betriebe investieren. Mehr als sein Vorgänger „Luxembourg Future Fund 1“, der darauf ausgerichtet war, ausländische Start-Ups ins Großherzogtum zu holen. Doch nach der Vorstellung war es ruhig geworden um den LFF2. Und damit auch darum, was mit den Steuergeldern passiert, mit denen diese Fonds gespeist werden.

Auf der Suche nach willigen Familienbetrieben

Nun soll durch eine Investition in den in Brüssel angesiedelten „M80 Capital II CommV“, einen Fonds von M80 Capital Partners, neuer Wind in den LFF2 kommen. Die Idee ist, dass M80 Capital Partners Luxemburger Betriebe analysiert und ihnen dann anbietet, bei der digitalen Transition zu helfen. Aber natürlich nur, wenn der belgische Private-Equity-Anbieter sich dann auch an den Unternehmen beteiligen kann.

Auf die Frage, wie hoch M80 Capital Partners denn in solche Betriebe einsteigen will, antwortete Peter Maenhout: „Es können auch 100 Prozent sein, aber mindestens 20 Prozent wollen wir schon haben, um in den Firmen effizient mitzureden.“ Im Visier des Investors sind vor allem Familienbetriebe, die sich über längere Zeit etabliert haben, aber noch nicht digitalisiert sind. Wirtschaftsminister Lex Delles präzisierte dazu: „Auch Betriebe, die nicht mit M80 Capital Partners arbeiten wollen, bekommen die Analyse des Investors umsonst zugestellt – so können sie von den Vorschlägen der Analysten profitieren.“

Es ist nicht so, dass wir nicht transparent agieren wollen. Diese Struktur der Kommanditgesellschaft wurde uns von Arendt&Medernach in Luxemburg so empfohlen.“Peter Maenhout, CEO von „M80 Capital Partners“

Ob dies dem LFF2 den nötigen Schwung geben wird, wird sich noch zeigen müssen. Denn sein Vorgänger war nicht so ganz der Erfolg, als den ihn die jetzige und die vorige Regierung verkaufen wollen. Ganz im Gegenteil. Der 2012 vom damaligen Finanzminister Luc Frieden (CSV) und Wirtschaftsminister Jeannot Krecké (LSAP) vorgestellte „Luxembourg Future Fund 1“ hatte einen sehr holprigen Start – und kam erst 2015 unter Jeannot Kreckés Nachfolger Etienne Schneider (LSAP) in die Gänge.

Die Gründe waren vielfältig, wie aus parlamentarischen Anfragen und Antworten aus dieser Zeit zu entnehmen ist. Vor allem aber war es der EIF, der sich kritisch gegenüber „Genii Capital“ und einem seiner Teilhaber, Gérard Lopez, äußerte …