Weg von Öl und Gas, hin zur Wärmepumpe: Das Ziel ist klar, aber bisher verläuft der Wechsel schleppend. CSV und DP wollen die Bürger überzeugen und nicht zwingen. Eine geplante Inspektionspflicht für Wärmepumpen soll Vertrauen schaffen, doch es fehlt an Kommunikation.

Alles kann, nichts muss: Das ist das inoffizielle Motto der Klimapolitik von CSV und DP. Dem gegenüber steht aber die Macht des Faktischen. Um seine Klimaziele zu erreichen, sollte es in Luxemburg 2025 ganze 150.000 Wärmepumpen geben, so die Berechnungen der Statistikbehörde „Statec“. Heute bestehen gerade mal 20.000 dieser Heizsysteme im Land, so die Schätzung.

Umweltminister Serge Wilmes (CSV) und Energieminister Lex Delles (DP) übernahmen den nationalen Energie- und Klimaplan der Vorgängerregierung fast komplett. Bis auf einen Punkt: Es wird niemand gezwungen, seine Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Ohne eine solche Pflicht wird das aber deutlich weniger der Fall sein. Statt ab 2027 alle Ölheizungen am Ende ihres Lebenszyklus durch eine klimaschonendere Variante zu ersetzen, rechnet das Statec nur noch mit der Hälfte. Die Folgen: 2050 wären noch 15.000 fossile Heizungen in Luxemburg in Betrieb – und damit zu einer Zeit, in der es eigentlich keine vermeidbaren CO2-Emissionen mehr geben sollte.

Die teils aus Deutschland importierte Heizungsdebatte verdeckt aber das eigentliche Problem. Die aktuelle Regierung sorgt sich – wie ihre Vorgänger – um die Akzeptanz der Wärmepumpen in der breiten Bevölkerung. Damit es keine Probleme gibt, sind Wärmepumpen umfassend reguliert. So sind etwa die Regeln für den Schallschutz – also den Lärm, den die Außeneinheit einer Wärmepumpe machen darf – strenger als in den Nachbarländern. Strittig ist, ob diese Regeln mehr bremsen als helfen.

Neue Auflagen aus heiterem Himmel

Nun plant die Regierung weitere Auflagen: Künftig sollen für Wärmepumpen eine Abnahme-Kontrolle und regelmäßige Inspektionen zur Pflicht werden. Solche Kontrollen bestehen bereits für Gas- und Ölheizungen. Obwohl die geplante großherzogliche Verordnung bereits weit in der Prozedur fortgeschritten ist, haben die zuständigen Ministerien für Umwelt und Energie bisher noch nichts dazu veröffentlicht.

Zur Erinnerung: Premier Luc Frieden (CSV) hatte eine Klimapolitik versprochen, die „nicht nervt“. Doch die neuen Auflagen scheinen das genaue Gegenteil zu bewirken. Eine weitere administrative Hürde für Hausbesitzer, mehr Arbeit für die ausgelasteten Installateure und für die Umweltverwaltung, so scheint es. Die frühere Umweltministerin und heutige grüne Abgeordnete Joëlle Welfring fragte im April die zuständigen Minister Serge Wilmes und Lex Delles, was diese neuen Auflagen notwendig mache. Eine klare Antwort erhielt sie nicht.

Dabei hatte Serge Wilmes mehrmals von Problemen falsch installierter Wärmepumpen gesprochen, die zu Frust und Unverständnis bei den Bürgern führen würden. Von Joëlle Welfring mit diesen Aussagen konfrontiert, konnten die Minister jedoch keine konkreten Daten liefern, die dies untermauern würden. Auch auf Nachfrage von Reporter.lu antworten die Ministerien ausweichend …