Nach dem Doppelanschlag auf die zwei Moscheen von Christchurch sollte sich die Welt an die Opfer erinnern und sich an Premierministerin Jacinda Ardern ein Beispiel nehmen. Sie verkörpern Werte, die wir mehr denn je brauchen. Ein Kommentar von Marian Brehmer.

„Hello brother. Welcome!“ konnte Daud Nabi gerade noch sagen, bevor er von dem Terroristen in Christchurch niedergeschossen wurde. Der 71-jährige Afghane mit dem typischen Pakol-Hut stand am letzten Freitag an der Tür der Al-Noor-Moschee, um Neuankömmlinge zu begrüßen. Er fiel dem Anschlag während des Freitagsgebets als erster zum Opfer.

Über den Hintergrund und die furchterregende Ideologie des rechtsterroristischen Täters wurde viel geschrieben. Doch die wirkliche Aufmerksamkeit verdienen die Opfer, verdienen Menschen wie Daud Nabi.

Der Afghane kam als Flüchtling während der sowjetischen Besatzung seines Landes vor vierzig Jahren nach Neuseeland. In den letzten Jahrzehnten leitete Daud Nabi die kleine afghanische Exilcommunity im Inselstaat und engagierte sich jahrzehntelang in der Integration von neuankommenden Flüchtlingen. Der Familienvater und Opa wollte wohl die letzten Jahre seines Lebens friedlich mit seinen Kindern und Enkelkindern verbringen. Dies blieb ihm verwehrt, doch seine Geste des Friedens lebt weiter …