Laura Zuccoli hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ein Facebook-Post des ADR-Abgeordneten Fred Keup hatte zu Kommentaren geführt, in denen die Asti-Präsidentin angegriffen und bedroht wurde. Die Asti appelliert an die politische Verantwortung. Fred Keup ist sich keiner Schuld bewusst.

In einer Carte Blanche bei RTL sprach Laura Zuccoli am 12. Februar über Diskriminierung in der Luxemburger Gesellschaft, insbesondere über die Diskriminierung von kapverdianischen Jugendlichen in der Schule. Einen Tag später veröffentlichte der ADR-Abgeordnete Fred Keup auf seiner persönlichen Facebook-Seite einen Beitrag, in dem er die Präsidentin der Asti für ihre Äußerungen angriff. Keup wirft Zuccoli vor, Gift zu versprühen, das Lehrpersonal zu attackieren und Polemik zu betreiben. Daraufhin setzt sich unter dem Post eine Welle von Kommentaren in Gang, die die Asti-Präsidentin beleidigen („Frau Ruccola“, „blöde Kuh“) und auch bedrohen („Ich bin für die Beseitigung dieser Dame“, „Schade, dass wir keine Hexen mehr verbrennen.“)

Mit der Ankunft von Fred Keup im Parlament hat es einen Paradigmenwechsel gegeben.“Jean-Louis Schlesser, Asti

Für die Asti handelt es sich hierbei eindeutig um Grenzüberschreitungen, die nicht mehr toleriert werden dürften. Es sei inakzeptabel und in höchstem Maße zu verurteilen, dass ein gewählter Politiker sich zum Anstifter von Kommentaren mache, die zur gesellschaftlichen Spaltung beitragen würden. „Mit der Ankunft von Fred Keup im Parlament hat es einen Paradigmenwechsel gegeben“, sagt Jean-Louis Schlesser, Verwaltungsratsmitglied der Asti, auf der Pressekonferenz am Dienstag. Dieser bewege sich in seinen Argumentationen „außerhalb jeglicher Sachlichkeit“, er verbreite Lügen, appelliere an die „niedrigsten Instinkte“ der Menschen und ebne „den Weg für Rechtspopulismus und Hass“.

Frage nach der Rolle des Parlaments

Besonders alarmierend sei in diesem Zusammenhang auch, dass bisher niemand gegenüber dem Abgeordneten auf Distanz gegangen sei und sich klar positioniert habe. Jean-Louis Schlesser fordert eine klare Stellungnahme des Parlaments als politische Instanz zu Hass verbreitenden Äußerungen im Internet. „Langsam aber sicher geht die Latte nach unten, langsam aber sicher bewegen wir uns heraus aus der Demokratie“, so Jean-Louis Schlesser abschließend.

Es sind so viele Kommentare, ich überfliege sie nur.“Fred Keup, ADR