Die Asylverfahren dauern in Luxemburg viel kürzer als noch vor ein paar Jahren. Das belegen bisher unveröffentlichte Statistiken. Organisationen, die Asylbewerber betreuen, begrüßen den positiven Trend, fordern aber weitere Verbesserungen.

Vor zwei Wochen brachte die Plattform „Ronnen Desch“ ihren Unmut zum Ausdruck. „Die Ausnahmen neigen dazu zur Regel zu werden“, heißt es in einem Schreiben an die Verhandlungsdelegationen von DP, LSAP und Déi Gréng. Die Plattform bemängelt, dass die Behörden die gesetzlich vorgeschriebene Frist für Asylanträge „nur selten“ respektieren würden. Auch der Luxemburger Flüchtlingsrat (LFR) hat die zukünftige Regierung aufgefordert, die vorgeschriebenen Fristen „genau zu respektieren“.

Der Hintergrund: Seit Anfang 2016 sollen Asylbewerber spätestens sechs Monate nachdem sie ihren Antrag eingereicht haben, eine Antwort erhalten – so ist es im Gesetz vorgesehen. In Ausnahmefällen darf diese Frist auf 21 Monate ausgeweitet werden.

Neue Zahlen der Einwanderungsbehörde zeigen: Bei den allermeisten Anträgen, die 2017 eingereicht wurden, hielten die Behörden die gesetzliche Regelfrist ein.