„Du muss et wëssen …“, sagte seine Mutter, als Jean-Michel Neser beschloss, den elterlichen Betrieb auf Bio umzustellen. Doch zu der Skepsis von Eltern und Freunden kommen auch finanzielle Hürden. Die Geschichte eines Jungbauern, der es dennoch wagte.

Die Äcker und Weiden sind von einer dicken Schneeschicht bedeckt. Hunde bellen. Der vermutbare Geruch von Mist wird von einer kühlen Brise verschleiert. Ein junger Landwirt, die zweijährige Tochter auf den Schultern, ist dabei den Stall nach dem Putzen wieder zu öffnen. Die Kühe und Rinder mussten für kurze Zeit mit weniger Raum vorliebnehmen. Der vordere Teil der Stallungen wurde vom Mist befreit und mit frischem Stroh überschüttet, das Vieh im hinteren Teil kurzzeitig eingepfercht.

Auf den ersten Blick deutet nichts darauf hin, dass hier ein Bauernbetrieb von Grund auf neu aufgestellt wird. Beim näheren Hinschauen fällt einem vielleicht die besondere Beschaffenheit des Stalles auf und die großzügig bemessene Fläche für jedes Tier. Jean-Michel Neser hat den neuen Stall am Rande des Öslinger Dorfes Stockem, nahe Clervaux, nach seinen eigenen Vorstellungen gebaut. Als feststand, dass er den Betrieb des Vaters übernehmen würde, wusste er schon, was er will. Auch wenn die Umstände nicht günstig waren: Neser wollte einen Biohof aufbauen.