Die Filmbranche wollte eigentlich nur mehr Geld vom Staat. Doch diese aggressive Forderung mündet nun in eine Grundsatzdebatte über Sinn und Zweck der Filmförderung. Das ist längst überfällig. Ein Kommentar.

„Nie gab es mehr Gegenwind“, heißt es von Filmproduzenten. Politiker, Journalisten und Kulturschaffende stellen vermehrt infrage, was eigentlich mit den 34 Millionen Euro passiert, die der „Film Fund“ jedes Jahr aus dem Staatsbudget erhält. Die Recherchen von REPORTER sind ein wesentlicher Anstoß der Debatte.

Der Hintergrund ist eine versuchte Erpressung, die gerade scheitert. Die Filmproduzenten reichten dieses Jahr deutlich mehr Projekte ein als in den Jahren zuvor. Das „Comité de sélection“ des „Film Fund“ verteilte großzügig Geld, so dass für das laufende Jahr nur noch zwei Millionen übrig sind. Das war für die Branche das Stichwort, eine Erhöhung der verteilten Beihilfen auf 50 Millionen Euro zu fordern.

Doch ein „Weiter so“ mit mehr Geld ist keine Option: Es fehlt der Filmförderung an transparenten Kriterien, einer klaren Ausrichtung und einem realistischen Ziel.