Keine oder kaum interessante Arbeitsaufträge: Dies kann auch eine Form von Schikane am Arbeitsplatz sein. Die Betroffenen können durch diese Unterforderung ein „Boreout“ entwickeln. Das Krankheitsbild ähnelt dem einer Depression, ist jedoch offiziell nicht anerkannt.

„Mobbing und Unterforderung am Arbeitsplatz können miteinander zusammenhängen“, erklärt Carolin Gorges, Mitarbeiterin des „Service de Santé au Travail Multisectoriel“ (STM), „Dem Betroffenen werden entweder keine oder nur wenig anspruchsvolle Aufgaben zugeteilt“. Laut Gorges verberge sich dahinter manchmal eine Strategie, um den Angestellten „loszuwerden“ – um ihn also aus dem Job zu ekeln.

„Anfangs nimmt der Angestellte die Situation vielleicht noch als entlastend wahr“, sagt Magdalena Mida, Direktorin der „Mobbing asbl“. Nach einiger Zeit verkehre sich dies jedoch ins Gegenteil, da das konstante Nichtstun Stress produziere. „Es manifestieren sich Selbstzweifel und Minderwertigkeitsgefühle“, erklärt Mida.

Der Betroffene frage sich, warum er keine Arbeit bekomme, und suche die Gründe oft bei sich selbst. Dabei gerate er ins Grübeln. „Depressionen sowie psychosomatische Effekte können auftreten. Im schlimmsten Fall mündet ein Boreout in Selbstmordgedanken und -versuchen“, so die Psychologin und Mediatorin.