Aus einem langwierigen Prozess wurde ein schnelles Verfahren: Seit bald einem Jahr können Menschen in Luxemburg einfach ihren Namen und ihr Geschlecht ändern. Das ist vor allem für Trans- und Intersexuelle eine Erleichterung. Ein Überblick darüber, was sich seitdem alles getan hat. 

Jan Berlo musste gut zehn Monate warten, bis er seinen neuen Personalausweis in den Händen hielt – und sich endlich offiziell auch Jan Berlo nennen durfte. Seinen Mädchen-Vornamen war er damit los. Doch die Prozedur, die er durchlaufen hat, war eine langwierige. Eine Sprechstunde beim Psychologen und ein medizinisches Gutachten waren Voraussetzung, bevor er seinen Antrag für die Veränderung des Geschlechtseintrags und des Namens einreichen konnte. Es war schließlich ein Richter, der entschied, dass Jan Geschlecht und Namen ändern durfte.

Diese komplizierte Prozedur wurde im Sommer 2018 vereinfacht. „Wir wollen den Druck herausnehmen. Wir wollen, dass die gesamte Prozedur schnell und unkompliziert abläuft“, sagte Justizminister Felix Braz (Déi Gréng), als er den Gesetzentwurf im Jahr 2017 vorstellte. In Kraft getreten ist der Text im Herbst vergangenen Jahres – und seitdem hat sich für die Betroffenen einiges geändert.