Der suspendierte Chirurg Philippe Wilmes kann das Experten-Gutachten, auf dessen Grundlage Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) ihm für weitere 21 Monate die Zulassung zum Operieren entzogen hat, nicht nachvollziehen und bezeichnet das Verfahren gegen ihn als „Verletzung des Rechtsstaats“. Das betonte er letzten Freitag auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Dabei ließ er auch keinen Zweifel daran, dass die Affäre um ihn politisch motiviert sei.
Anders als es die Ministerin angedeutet habe, kenne sie ihn nicht nur indirekt, erklärte Philippe Wilmes. Sie hätten ein 18-monatiges Arbeitsverhältnis gehabt, bei dem es um die Umsetzung der gesundheitspolitischen Punkte im CSV-DP-Koalitionsabkommen gegangen sei. Zur Erinnerung: Bei den Verhandlungen nach den Wahlen im Herbst 2023 war Philipe Wilmes – für die DP – Mitglied in der Arbeitsgruppe für Gesundheit, Martine Deprez ihrerseits nicht.
Ab Anfang 2024 hätten sie sich beide regelmäßig getroffen, seien essen gegangen, hätten telefoniert und sich Textnachrichten geschickt. Im Dezember 2024 habe er in ihrem Auftrag mit „einer Reihe von Akteuren“ aus dem Gesundheitswesen ein „Brainstorming“ durchgeführt, um ein Strategiepapier zur Umsetzung der gesundheitspolitischen Reformen auszuarbeiten. Zu diesem Papier habe er jedoch nie ein Feedback erhalten, so Philippe Wilmes. Überhaupt habe er mit der Zeit den Eindruck gewonnen, dass der Ministerin bzw. der Regierung der politische Wille zur Umsetzung dieser Reformen fehle.
Im Sommer 2025 seien dann bekanntlich Gerüchte aufgekommen, dass es zu einer Regierungsumbildung kommen sollte …
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