Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt in Luxemburg weiterhin ein Problem dar. Unterkünfte, die längst geschlossen sein sollten, bleiben in Betrieb. Dabei geht es nicht nur um Komfort, sondern auch um Sicherheitsmängel. Die Verantwortung dafür will niemand tragen.
Am 31. Dezember 2023 sollte eigentlich Schluss sein mit dem wohl bekanntesten Flüchtlingsheim in Luxemburg, dem „Foyer Don Bosco“ in Limpertsberg. Bis dahin sollten die 80 Geflüchteten, die dort noch untergebracht waren, das Gebäude verlassen. Sogar mit Räumungen wurde damals gedroht, wie Reporter.lu berichtete. Das Don Bosco sollte endgültig ausgedient haben.
Wer aber jetzt im Frühjahr 2025 von der Avenue de la Faïencerie kommend in Richtung Universitätsgebäude geht, dem bietet sich ein anderes Bild. Denn nicht nur befindet sich dort das modernere „Foyer Lily Unden“, das wie das Don Bosco vom Roten Kreuz verwaltet wird. Auch das Don Bosco selbst steht noch und ist augenscheinlich weiter bewohnt. Mehrere Familien mit Kindern sind zu sehen, wie sie sich durch den Eingangsbereich vorbei am Sicherheitspersonal ins Innere des Gebäudes begeben.
Von außen betrachtet, macht das Don Bosco einen zerfallenen Eindruck: zugemauerte Fenster, provisorische Holzwände sowie ein Toiletten- und Duschbereich in Containern vor dem Eingang. Im Innern soll es Informationen von Reporter.lu zufolge auch nicht besser sein. Ein Wasserrohrbruch, der im Februar notdürftig repariert wurde, macht dem Vernehmen nach immer noch einige Zimmer unbewohnbar und Strom sei auch nicht in jedem Raum gewährleistet.
„Schandfleck“ bleibt bestehen
Doch der desolate Zustand des Heims, das 1992 seine Türen für Geflüchtete aus Ex-Jugoslawien geöffnet hatte, ist kein neues Phänomen. Bereits 2005 berichtete „Le Quotidien“, das Don Bosco sei „dans un état pitoyable“. Dabei ist die Unterkunft nicht umsonst: Die Bewohner müssen dem „Office national de l’accueil“ (ONA) jeden Monat Miete zahlen.
Die Behörde schreckt auch nicht davor zurück, das Geld gegebenenfalls einzuklagen, auch wenn die betroffenen Personen mittellos sind. Recherchen von Reporter.lu ergaben, dass das ONA zwischen Anfang 2024 und März 2025 nicht weniger als 51 Prozesse gegen ehemalige oder aktuelle Bewohner führte. Keines der Verfahren ging zugunsten der Geflüchteten aus. Dabei sind auch Familien mit Kindern betroffen.
Über eine Schließung des Don Bosco und alternative Unterkünfte wird bereits seit vielen Jahren diskutiert. 2014 wurde vom damaligen Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng) und der Familienministerin Corinne Cahen (DP) der Grundstein für einen Neubau neben dem bestehenden Gebäude gelegt: Das Foyer Lily Unden sollte das Foyer Don Bosco ersetzen. Nun existieren beide nebeneinander …
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