Der Immobiliensektor ist laut Behörden sehr anfällig für Geldwäsche. Manche Makler und Bauentwickler halten sich trotzdem nicht an ihre Pflichten. Das „Enregistrement“ verhängt zunehmend Geldstrafen. Dabei steht nicht nur das Ansehen dieser Branche auf dem Spiel.

„Der Immobiliensektor ist generell ein Hochrisiko-Geschäftsfeld für Geldwäsche“, hielt die stellvertretende Staatsanwältin Dominique Peters kürzlich in einem Prozess gegen die Notarin Karine Reuter fest. In dem Fall ging es um Immobiliendeals von Investoren aus Aserbaidschan, die Teil eines Geldwäscheskandals sind. Die Staatsanwaltschaft wirft der Notarin dabei vor, die Geldflüsse nicht auf mögliche Geldwäsche überprüft zu haben. Doch nicht nur Notare laufen Gefahr, wegen möglicher Pflichtverletzungen vor Gericht zu landen.

Das Phänomen betrifft generell Akteure des Immobiliensektors. „Ein Ausländer, der vom Ende der Welt in Ihr Immobilienbüro kommt, um ein Objekt in Luxemburg zu kaufen, obwohl er keine Verbindung zum Land hat – sehen Sie das Problem?“, fragte in diesem Zusammenhang Catherine Bourin, eine hohe Beamtin des Justizministeriums, bei einer Konferenz der Handelskammer vor einem Jahr. Bei den Zuhörern herrschte Unverständnis und Desinteresse, wie das „Lëtzebuerger Land“ berichtete.

Die Unbekümmertheit des Immobiliensektors macht die Behörden zunehmend nervös. Der Grund: Im Juni 2026 wird ein neuer Bericht der Regierung an die „Groupe d’action financière“ (GAFI) fällig. Die Prüfer der internationalen Anti-Geldwäsche-Organisation hatten Luxemburg 2023 eine insgesamt gute Note im Kampf gegen Finanzkriminalität bescheinigt. Doch es gebe auch Nachholbedarf – gerade im Immobiliensektor. Die über 2.800 Makler hätten ein schwaches Verständnis der Geldwäscherisiken gezeigt, monierte der GAFI-Bericht. Kontrollen der Behörden im Vorfeld des Berichts zeigten den Unwillen Hunderter Firmen, ihre Pflichten wahrzunehmen.

„Enregistrement“ deutlich aufgestockt

Diese Mängel gilt es zu beheben, damit Luxemburg nicht auf der „grauen Liste“ der unkooperativen Staaten landet – mit unberechenbaren Folgen für den Finanzplatz. Da viel auf dem Spiel steht, will die CSV-DP-Regierung genau wie ihre Vorgänger lieber nichts dem Zufall überlassen. Im Januar legte Justizministerin Elisabeth Margue (CSV) einen Gesetzentwurf vor, der Ermittlungen bei Geldwäscheverdacht vereinfachen und systematische Bewährung bei Haftstrafen über zwei Jahren für Ersttäter verhindern soll. Beides waren ausdrückliche Forderungen des GAFI-Berichts.

(…) Das Enregistrement ist für andere Branchen zuständig, über die nicht so oft gesprochen wird, wo das Geldwäscherisiko aber umso größer ist – zum Beispiel Immobilien.“Gilles Roth, Finanzminister

Bereits im Juli hatte das Parlament eine neue Organisation der „Administration de l’enregistrement, des domaines et de la TVA“ („Enregistrement“) beschlossen. Damit wurde eine neue, spezialisierte Anti-Geldwäsche-Einheit innerhalb der Steuerbehörde geschaffen. Insgesamt sollen 20 neue Posten in der Abteilung entstehen …

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