Chinas globaler Einfluss breitet sich aus – nicht zuletzt im Bereich der öffentlichen Sicherheit. Die Exporte von Überwachungstechnologie steigen rasant. Staaten mit autoritären Tendenzen nehmen sich den Sicherheitsapparat der Volksrepublik zum Vorbild.
„Ich habe die liebenswertesten Menschen auf den Straßen Serbiens getroffen, nämlich chinesische Polizisten“, schwärmt ein chinesischer Tourist in einem Artikel einer Polizeiakademie seines Landes über gemeinsame Patrouillen mit der serbischen Polizei in Belgrad. „Ich habe mich so glücklich, sicher und stolz gefühlt“, sagt er. Der propagandistische Artikel passt perfekt zu Chinas Vision von globaler Sicherheit: die „Wahrung des Weltfriedens und der Sicherheit“ durch die Wahrung der „Nichteinmischung in innere Angelegenheiten“ im Gegensatz zu westlichen Methoden des „Unilateralismus“ und der „Blockkonfrontation“.
So zumindest beschrieb Chinas oberster Führer, Xi Jinping, die „Globale Sicherheitsinitiative“ (GSI) bei ihrer Einführung im Jahr 2022. Seitdem hat China seine Sicherheitsaktivitäten im Ausland rasant ausgebaut, indem es anderen Ländern Polizeiausbildung und Überwachungstechnologie zur Stärkung der inneren Stabilität anbietet. China hilft ausländischen Regierungen dabei nicht nur bei der Bekämpfung von Verbrechen, sondern auch bei der Kontrolle ihrer Bürger und dem Machterhalt – und das erweist sich als erstaunlich populär.
Die Globale Sicherheitsinitiative ist, wie Xi Jinpings drei weitere globale Initiativen (betreffend Entwicklung, Regierungsführung und kulturelle Vielfalt), in erster Linie ein Versuch, neue internationale Einflussnetzwerke mit China als Zentrum aufzubauen. Zu diesem Zweck wurde eine kleine regionale Polizeischule zu Chinas größtem internationalen Schulungszentrum für Sicherheitsfragen ausgebaut: dem „Globalen Forum für Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Sicherheit“. Delegierte aus über 120 Ländern treffen sich hier, um über Sicherheitskooperation zu diskutieren und Chinas Polizeitechnologie, wie beispielsweise Roboterhunde, zu bewundern.
Dem „guten Beispiel“ folgen
Im vergangenen Jahr veröffentlichten die Organisatoren den „Globalen Index für öffentliche Sicherheit“, der Länder anhand scheinbar willkürlicher Kriterien wie Waffenkriminalität, Verkehrstote und Terrorismus bewertet. China schnitt am besten ab. Die USA lagen deutlich unter dem Durchschnitt. Laut Sheena Greitens von der „University of Texas“ handelte es sich um eine Übung zur „Neudefinition von Sicherheitsstandards und deren Erscheinungsformen“ sowie um ein „gutes Beispiel, dem wir folgen sollten“.
Chinas Einfluss im Bereich der öffentlichen Sicherheit breitet sich auch in der Praxis aus. Die Exporte von Überwachungstechnologie steigen rasant. Die beiden chinesischen Firmen „Hikvision“ und „Dahua“ sind mit einem gemeinsamen Marktanteil von 40 Prozent die weltweit größten Hersteller von Überwachungskameras. „Huawei“ seinerseits liefert seine „Safe City“- Überwachungssysteme, die in über 100 Ländern eingesetzt werden …
Laut einer neuen Studie von Sheena Greitens, Isaac Kardon und Cameron Waltz von der „Carnegie Endowment for International Peace“, einer amerikanischen Denkfabrik, hat China seit dem Jahr 2000 zudem fast 900 Schulungen für Polizei und Sicherheitskräfte aus 138 Ländern durchgeführt …
Bereits Mitglied? Jetzt einloggen!

