Der Luxemburger Unternehmer Flavio Becca geht weiterhin juristisch gegen seine Verurteilung in der sogenannten „Uhren-Affäre“ vor. Nachdem der zuständige Gerichtshof im Dezember vergangenen Jahres Flavio Beccas Antrag auf Kassation des Urteils abgelehnt hat, strebt der Geschäftsmann nun drei weitere Verfahren an. Im Visier der Klagen: der Luxemburger Staat.

Flavio Becca war im Juli 2022 in zweiter Instanz wegen der Veruntreuung von Gesellschaftsvermögen („Abus de biens sociaux“) und der Geldwäsche („Blanchiment-détention“) zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und 250.000 Euro Geldbuße verurteilt worden. Grundlage des Prozesses waren Hunderte Luxusuhren, die der Geschäftsmann über seine Firmen erworben hatte. Laut Auffassung der Justiz war es dabei zu einer Vermischung von Flavio Beccas Privateigentum und dem Vermögen seiner Gesellschaften gekommen.

Der Geschäftsmann will diese Verurteilung so nicht akzeptieren, wie er in einer Pressemitteilung ankündigt. In seinen Augen hat der Luxemburger Kassationshof gegen seine Verpflichtung verstoßen, indem er sich geweigert habe, die von Flavio Beccas Anwälten gestellten Anträge auf Vorabentscheidung („Questions préjudicielles“) an den Europäischen Gerichtshof weiterzuleiten. Dabei geht es um den Straftatbestand der „Blanchiment-détention“, der so nur in Luxemburg existiere und für Flavio Beccas Seite gegen europäisches Recht verstoße …