Nicht rund elf Stunden wie vergangene Woche, sondern „nur“ acht Stunden diskutierten am Montag Regierung, Gewerkschaften und Patronat miteinander. Themen waren die Rentenreform, die Öffnungszeiten der Geschäfte und die Sonntagsarbeit im Einzelhandel. Eine Einigung konnte auch diesmal nicht erzielt werden. Eine solche erhofft sich die Regierung nun am 3. September. Dann soll eine weitere Dreierrunde stattfinden, die Premierminister Luc Frieden (CSV) bekanntlich nicht als Tripartite bezeichnen möchte.

„Wir sind in den Gesprächen ein gutes Stück vorangekommen. Es herrschte ein konstruktiver Geist, doch es war schwierig, die Positionen der Sozialpartner auf einen Nenner zu bringen“, sagte der Premier, als er gegen 22 Uhr vor die Presse trat. Eine Einigung gebe es noch nicht, doch er sei optimistisch, dass man in den kommenden Gesprächen eine erzielen könne. „Das Glas ist eher halbvoll als halbleer“, so Luc Frieden. Auch Vizepremier Xavier Bettel (DP) zeigte sich zuversichtlich für die nächste „Tripartite“, wie er sie nannte.

Die Gewerkschaften waren ebenfalls eher positiv gestimmt. Das wohl auch, weil die Regierung ihnen nochmals zusicherte, dass sie nicht vorhabe, an der Gesetzgebung zu den Kollektivverträgen etwas zu ändern. Die Gewerkschaften sollen ihr Exklusivrecht behalten, Kollektivverträge sowie „Accords d’entreprise“ auszuhandeln und zu unterzeichnen. Diese Zusicherung war überhaupt erst Bedingung, dass OGBL und LCGB an den Gesprächen teilnahmen …