In der „Lunghi-Affäre“ gibt es ein erstes Urteil. Das Gericht verurteilte zwei Angeklagte zu Geldbußen, die beiden anderen wurden freigesprochen. Die Verurteilten werden wohl Berufung einlegen, sodass die Affäre um ein zusätzliches Kapitel erweitert werden dürfte.

Rund zwei Monate nach dem letzten Prozesstag und ganze sieben Jahre nach dem Vorfall selbst wurde am Donnerstagmorgen das Urteil im Strafverfahren um den früheren Mudam-Direktor Enrico Lunghi und RTL verkündet. Das Gericht sprach dabei die ehemalige RTL-Mitarbeiterin Sophie Schram sowie den langjährigen Journalisten des Senders Marc Thoma des Tatbestands der Verleumdung („Diffamation“) schuldig. Gegen beide wurde eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro verhängt.

Der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung wurde vom Gericht hingegen nicht zurückbehalten. Die Mitangeklagten Alain Berwick, der ehemalige CEO von RTL, sowie Steve Schmit, verantwortlich für die Programmgestaltung des „RTL-Magazin“ wurden in allen Punkten freigesprochen. Damit folgten die Richter den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die Ankläger Yves Breistroff im Oktober gestellt hatte. Auf zivilrechtlicher Ebene wurde Enrico Lunghi ein Schadenersatz in Höhe eines symbolischen Euro zugesprochen.

Ein Zwischenfall mit Folgen

Hintergrund des Urteils ist ein Beitrag des Senders RTL aus dem Jahr 2016. Darin wurde der damalige Direktor des „Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean“ (Mudam), Enrico Lunghi in einer Interview-Situation mit Sophie Schram gezeigt. Dabei war zu sehen, wie der Museumsdirektor auf die RTL-Mitarbeiterin zugeht und ihr das Mikro in einer flüssigen Handbewegung wegdrückt. Im Beitrag wird behauptet, dass Sophie Schram aufgrund des Vorfalls Verletzungen davon getragen habe und arbeitsunfähig geschrieben wurde.

Der Vorfall wurde 2016 schnell zu einem Politikum …