Im Zuge des Caritas-Skandals verschwanden auch Millionen Euro bei der „Fondation Cécile Ginter“. Die gemeinnützige Stiftung muss nun zwei große Projekte für sozialen Wohnungsbau auf Eis legen. Die Zukunft von 50 weiteren Wohnungen ist ungewiss.
„Über 3,5 Millionen Euro sind aus unseren Reserven verschwunden“, sagt François Jacobs. Diese Summe sei Teil der rund 61 Millionen Euro, die den Schaden der Betrugsaffäre bei der Caritas ausmachen, betont der Präsident der „Fondation Cécile Ginter“ im Gespräch mit Reporter.lu. Der Grund: Für das Tagesgeschäft der Stiftung war die Caritas zuständig.
Dass die Finanzdirektorin der Caritas mehrere Millionen Euro von der Fondation Ginter auf Konten der Caritas und dann weiter auf spanische Konten überwiesen hatte, das hatte Reporter.lu bereits im August berichtet. Mit den verschwundenen 3,5 Millionen Euro verliert die Stiftung fast ihre gesamten Reserven, die laut Jahresbericht 2022 rund 3,9 Millionen Euro betrugen.
Nun werden die Folgen auch für die Fondation Ginter offensichtlich. Die Wohltätigkeitsorganisation investierte in den vergangenen Jahren vor allem in den sozialen Wohnungsbau – eng abgestimmt mit der Caritas. Für beide Stiftungen ist die künftige Verwaltung der bestehenden Wohnungen noch eine offene Frage. Die Folgen des Finanzbetrugs sind in diesem Bereich noch nicht komplett absehbar.
58 Sozialwohnungen in der Schwebe
Caritas und Fondation Ginter sind im sozialen Wohnungsbau unter den gemeinnützigen Trägern ein mittelgroßer Akteur. Sie verwalten landesweit knapp 60 Sozialwohnungen. 40 Wohnungen wurden vom Staat im Rahmen des Programms „Aides à la pierre“ bezuschusst, heißt es vom zuständigen Ministerium für Wohnungsbau auf Nachfrage von Reporter.lu.
Jetzt müssen wir vor allem mit dem arbeiten, was wir haben.“François Jacobs, Fondation Ginter
Beide Stiftungen wollten in diesem Bereich aber deutlich wachsen: Im September 2023 hatte der damalige Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng) zusammen mit den beiden Trägern zwei Wohnungsbauprojekte vorgestellt. In Michelau und Stolzemburg sollten insgesamt 58 Wohnungen für Familien in Not entstehen. Der Staat sollte die nötigen Grundstücke per Erbpacht zur Verfügung stellen und den Bau zu 75 Prozent finanzieren.
Daraus wird voraussichtlich nichts. „Die Projekte in Michelau und Stolzemburg wurden jetzt gestoppt“, betont François Jacobs …
Bereits Mitglied? Jetzt einloggen!

