Am Bezirksgericht Luxemburg wurden an diesem Dienstag zwei bulgarische Staatsbürger zu Haftstrafen von 18 Monaten, davon 15 Monate auf Bewährung, sowie Geldbußen in Höhe von 3.000 Euro verurteilt. Die beiden Männer sind die ersten Personen, die im Kontext der Caritas-Affäre verurteilt wurden. Sie hatten Bankkonten eröffnet, über die ein Teil der bei der Luxemburger Hilfsorganisation veruntreuten 61 Millionen Euro geflossen war.

Die beiden Beschuldigten gelten als sogenannte „Money Mules“ in diesem Fall. Das heißt, sie sollen von den Urhebern der Betrugsaffäre – mutmaßlich ein kriminelles Netzwerk aus Bulgarien – angeworben worden sein, um in Spanien Firmen zu gründen und Bankkonten zu eröffnen. Auf diese Konten waren dann zwischen Februar und Juli 2024 Gelder der Caritas überwiesen worden. Dabei war der Anschein erweckt worden, dass es sich um Bankverbindungen von Partnerorganisationen des Luxemburger Hilfswerks handelte.

Für die Überweisungen verantwortlich war bekanntlich die damalige Finanzdirektorin der Caritas. Sie gab gegenüber der Justiz an, Opfer eines sogenannten Präsidentenbetrugs geworden zu sein. Wie Reporter.lu bereits im August 2024 exklusiv berichtete, hatte sie die Transaktionen im Auftrag einer Person getätigt, die sich in E-Mails als Caritas-Generaldirektor Marc Crochet ausgegeben hatte …