Diese Woche wurden erstmals Vertreter der involvierten Banken vom parlamentarischen Sonderausschuss zur Caritas-Affäre befragt. Dabei erklärten die Verantwortlichen der „Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat“ (BCEE), dass alle Prozeduren eingehalten und von ihrer Seite keine Fehler gemacht worden seien. Zur Erinnerung: Unter anderem über die „Spuerkeess“ waren 61 Millionen Euro von Caritas-Konten ins Ausland überwiesen worden. Die Bank hatte der Organisation auch Kreditlinien in Höhe von zehn Millionen Euro genehmigt.

Diese Kreditlinien hatte die damalige Finanzdirektorin der Caritas, die bekanntlich im Fokus dieser Affäre steht, beantragt. Dazu sei sie auch befugt gewesen, erklärten die BCEE-Vertreter am Montag vor den Abgeordneten. Für die Bank fiel dies unter das operative Geschäft, in dessen Rahmen die Direktion finanzielle Entscheidungen treffen konnte. In diesem Punkt haben die BCEE und die Caritas demnach unterschiedliche Ansichten.

Der Caritas-Verwaltungsrat ist nämlich der Auffassung, dass Anträge für erhöhte Kreditlinien vom Verwaltungsrat und nicht von der Direktion hätten unterzeichnet werden müssen. Dies hatte zuletzt nochmals Nathalie Frisch, Juristin und Mitglied des Verwaltungsrates, im Podcast „Carambolage“ von „Radio 100,7“ erklärt. Dass die große Menge an Überweisungen auf ausländische Konten binnen kurzer Zeit hätte auffallen müssen, auch das sehen die BCEE-Vertreter anders. Das sei für eine Organisation wie die Caritas nicht unüblich gewesen. Zudem habe man bei bestimmten Überweisungen Rückfragen angestellt …