Auf einer internationalen Konferenz trat der ADR-Abgeordnete Tom Weidig im Namen Luxemburgs als Kulturkämpfer und Trump-Fan auf. Die anderen Parteien kritisieren dies. Doch das Luxemburger Parlament tut sich schwer, klare Leitlinien zu formulieren.
„Ich distanziere mich und den Rest der Delegation formell von diesen abstrusen Aussagen“, schreibt Gilles Baum auf Nachfrage von Reporter.lu. Der DP-Fraktionschef ist Präsident der Luxemburger Delegation der internationalen Konferenz für gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (GASP), der auch der ADR-Parlamentarier Tom Weidig angehört.
Was war passiert? Die Versammlung, in der nationale und EU-Abgeordnete der Mitglied- und der Anwärterstaaten sich austauschen, tagt zweimal jährlich in dem Land, das gerade den EU-Vorsitz innehat. So kam es, dass Tom Weidig am 24. März, als Mitglied einer größeren Delegation, das Großherzogtum im polnischen Parlament vertrat.
Thema im „Sejm“ war die Abwehr Europas gegen die russische Bedrohung. Was der ADR-Abgeordnete dort sagte, war aber weder mit der parlamentarischen Delegation aus Luxemburg noch mit dem Parlament abgesprochen. In seiner Rede verglich Tom Weidig die EU etwa mit einem kranken Menschen, der sich nicht gegen die „Viren“, die ihn angreifen, zur Wehr setzen vermag. Die Viren kämen aber nicht aus dem Kreml, sondern aus dem Inneren der EU selbst, so der Luxemburger Politiker.
ADR auf einer Linie mit Trump und Vance
Tom Weidig zitierte dabei die viel beachtete und ebenso viel kritisierte Rede des US-Vizepräsidenten JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Darin hatte der Republikaner von einem „inneren Feind“, der angeblichen Einschränkung der Meinungsfreiheit in Europa, gesprochen und sich ausdrücklich mit rechtspopulistischen Parteien solidarisiert.
Eine weitere Schwäche sah der ADR-Politiker bei der Immigration. „Die EU erlaubte es Millionen von Immigranten, unter dem Vorwand des Rechts auf Asyl unsere Wohlfahrtssysteme und unsere Sicherheit zu gefährden“, sagte Tom Weidig auf der GASP-Konferenz. Und weiter: Die politischen Kräfte hätten die Identität der Europäer so geschädigt, dass sie nun sogar sich selbst hassen würden. Außerdem griff er Deutschland scharf wegen seines Nuklearausstiegs an – für ihn würden erneuerbare Energien „lediglich ein Traum“ bleiben.
Bei Tom Weidig verhält es sich so, dass alles, was vorher nicht geregelt war, weil man es nicht für nötig hielt, nun trotzdem geregelt werden muss.“Marc Baum, Abgeordneter von Déi Lénk
In einer zweiten Intervention, bei der es um die Zukunft der transatlantischen Beziehungen ging, verteidigte er ausdrücklich den US-Präsidenten Donald Trump: „Man muss Donald Trump verstehen. Er kommt nicht aus dem schicken Manhattan, sondern aus der Arbeiterklasse in Brooklyn“. In Wahrheit stammt Donald Trump weder aus der Arbeiterklasse noch aus Brooklyn, sondern wuchs in einer Reichen-Enklave in Queens auf.
Europa aber sollte sich beim US-Präsidenten entschuldigen und aufhören, sich über ihn lustig zu machen, fand Tom Weidig. Ebenso sorgte sich der ADR-Abgeordnete um den Rückgang der Kinderrate in Europa …
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