Das parteipolitische Geplänkel verdeckt in der Causa Cahen das Offensichtliche: Natürlich handelt es sich beim Vorgehen der Familienministerin um einen Interessenkonflikt. Die Politik täte gut daran, sich strengere Verhaltensregeln zu geben. Ein Kommentar.

Eine Ministerin beschwert sich per E-Mail bei einem Verband darüber, dass nicht genug für die Geschäftsleute der Hauptstadt getan wird. Zufällig ist die Autorin des Beschwerdeschreibens nicht nur Politikerin, sondern Inhaberin eines der betroffenen Geschäfte. So kurz und bündig lässt sich das Problem um das sogenannte „Mail-Gate“ (RTL) zusammenfassen.

Dass es sich dabei um eine Interessenvermischung handelt, ist offensichtlich. Corinne Cahen unterschreibt Ihre E-Mail, über die zuerst das „Luxemburger Wort“ berichtete, zwar mit ihrem Minister-Titel und dem offiziellen Logo der Regierung. Doch hier spricht freilich die Unternehmerin Cahen. Ob bewusst oder nicht: Sie nutzte die Autorität ihres Amtes, um ein Anliegen zu befördern, das sie als Privatperson betrifft.

Corinne Cahen hat sich eben nicht selbstlos für alle Geschäftsleute eingesetzt. Sie verteidigt nur jene, die ihr Geschäft zufällig in der selben Straße ausüben, in der ihr eigener Laden steht.“

Es ist zudem nicht das erste Mal, dass Corinne Cahen durch eine Vermischung ihres politischen Amtes und ihrer privaten Interessen auffällt …