Die Wärmepumpe ist die Lösung: Sie schafft Energieunabhängigkeit und trägt zum Klimaschutz bei. Doch 2024 verfehlte Luxemburg das Ziel zum Ausbau des Heizsystems um über 80 Prozent. Nun will die Regierung angesichts der Energiekrise den Rückstand aufholen.

In der schleichenden Energiekrise ist die Nervosität der Regierungsparteien spürbar. Fragt man Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) und Umweltminister Serge Wilmes (CSV), wo Luxemburg beim Umstieg von fossilen Heizungen auf Wärmepumpen steht, dann referieren sie darüber, wie toll der Ausbau der Photovoltaik laufe. Als im Gemeinderat der Stadt Luxemburg Ende März der grüne Vertreter Fabricio Costa die schleppende Energiewende in der Hauptstadt bemängelte, bescheinigte ihm der Erste Schöffe Maurice Bauer (CSV), „mam Pifffaass iwwert d’Gemeng ze fueren“.

Am selben Tag, an dem diese Gemeinderatssitzung stattfand, sprach der Chef der Internationalen Energieagentur eine drastische Warnung aus: Die Energiekrise infolge des Irankrieges drohe Auswirkungen zu haben, die der Kombination der Ölkrisen der 1970er Jahre und der Gaskrise 2022 gleichkämen. Die Blockade der Straße von Hormus sorgt bereits für hohe Preise, bei einem längeren Konflikt könnte sich die Situation noch deutlich verschärfen: Die Preise für Öl und Gas könnten um über 80 Prozent steigen, warnte vergangene Woche die Statistikbehörde „Statec“ im Rahmen der Tripartite. Das Risiko für Mangellagen sei real, betonte zudem der Energiekommissar Simeon Hagspiel.

Für die Mehrzahl der Haushalte, die weiterhin mit Gas oder Öl heizen und Warmwasser bereiten, könnten die nächsten Monate demnach sehr unangenehm werden. Und die Regierung ist dem Vorwurf ausgesetzt, die Jahre seit der Energiekrise 2022 verschlafen und die Wärmewende ausgebremst zu haben. Denn gerade das Beispiel der Wärmepumpen zeigt, wie groß der Nachholbedarf ist: Zahlen des Statec für 2024 belegen, dass die Regierung die eigenen Ziele um über 80 Prozent verfehlt hat. „Wir haben bemerkt, dass wir bei den Wärmepumpen nicht ‚on track‘ sind“, gab Wirtschaftsminister Lex Delles dann doch zu. Deshalb arbeite die Regierung an einem Aktionsplan. Umweltminister Serge Wilmes seinerseits stellte Verbesserungen der Klimabeihilfen im Rahmen der Tripartite in Aussicht.

Ziel verfehlt trotz Boom

Dabei schien es, dass die Energiekrise 2022 infolge des russischen Aggressionskrieges gegen die Ukraine als Warnschuss ausreichen würde. Die Regierung rief damals einen „Energiedësch“ zusammen, auf den kurz darauf eine Tripartite folgte. Die EU startete ein großes Programm namens „Repower Europe“. Der damalige Winter war eine Zitterpartie, ob die Versorgung mit Erdgas gesichert werden könnte …