„Von einer Abschaffung des qualifizierten Mindestlohns steht nichts im Koalitionsabkommen und dazu wird es auch nicht kommen.“ Mit diesen Worten reagierte Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) im parlamentarischen Ausschuss für Arbeit auf eine entsprechende Forderung des Handwerkerverbandes. Im Namen des Koalitionspartners unterstrich in derselben Sitzung auch der liberale Abgeordnete Marc Hansen, dass ein solches Vorhaben für die DP „überhaupt nicht zur Debatte“ stehe.

Die „Fédération des artisans“ hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz gefordert, dass es aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Luxemburg nicht zu einer „politisch motivierten“ Erhöhung des Mindestlohns kommen dürfe und dass der qualifizierte Mindestlohn ganz abgeschafft werden müsse. Derzeit laufen bekanntlich Gespräche über die Umsetzung einer EU-Richtlinie zum sozialen Mindestlohn und dessen Berechnungsgrundlage. Dazu hatte im November 2025 auch der Europäische Gerichtshof ein Urteil gefällt. Marc Spautz seinerseits hatte rezent angedeutet, dass er sich eine Erhöhung des Mindestlohns auf Basis der Berechnung des Medianlohns vorstellen könne.

Die Position der Regierung zu einer möglichen Abschaffung des qualifizierten Mindestlohns hatte der Minister bereits vor der Ausschusssitzung gegenüber „RTL“ erklärt. Der LSAP-Abgeordnete Mars Di Bartolomeo, für dessen Partei eine solche Abschaffung ein „No-go“ sei, wollte am Mittwoch aber nochmals „klare“ Worte von Marc Spautz hören. Der Arbeitsminister war in den Ausschuss gekommen, um den Abgeordneten den Stand der Dinge in Bezug auf mehrere Reformen im Arbeitsrecht darzulegen …