Weil er sich wiederholt als Polizeibeamter ausgegeben haben soll, droht einem jungen Mann eine Haftstrafe. Sein Engagement als freiwilliger Feuerwehrmann beim nationalen Rettungsdienst stand bislang nicht auf dem Prüfstand. Das könnte sich aber ändern.
Regelmäßig warnt die Polizei vor Betrügern. Dazu zählen auch Personen, die sich als falsche Polizisten ausgeben, um Geld oder Wertgegenstände zu stehlen. Kevin G. scheint jedoch von etwas anderem angetrieben worden zu sein.
Der 29-Jährige gibt sich in den sozialen Medien selbstsicher. Mal posiert er mit Paintballwaffen in Militäruniform, mal präsentiert er seinen hochmotorisierten Fuhrpark. Oder er tritt im Anzug als Geschäftsmann oder in der Uniform des nationalen Rettungsdienstes als Helfer auf. Ob kriegerisch, leistungsorientiert, seriös oder sozial engagiert – ein roter Faden bleibt: Kevin G. sucht offenbar nach Bestätigung und Anerkennung.
Dieses Bedürfnis könnte auch am 5. August 2024 eine Rolle gespielt haben. Laut einer aktuellen Anklage gegen Kevin G. gab er sich an dem Tag unter Vorspiegelung falscher Tatsachen als Beamter der Kriminalpolizei aus und versuchte eindringlich, ein Paar im Straßenverkehr zum Anhalten zu bewegen. Er soll die beiden bis vor ihre Haustür in Altwies verfolgt haben.
Vorbestrafter bleibt Prozess fern
Die Suche nach einem möglichen Motiv bleibt jedoch Spekulation, da Kevin G. schweigt. Seinem Prozess wegen Amtsanmaßung („Immixtion dans des fonctions publiques“), der jetzt im Februar verhandelt wurde, blieb er fern und ließ sich von einer Strafverteidigerin vertreten. Diese betonte, ihr Mandant bestreite alle Vorwürfe und sei demnach freizusprechen.
Doch die Ermittlungen zeichnen ein anderes Bild. Neben den Aussagen des Paares belasten den Mann auch Bilder einer Überwachungskamera, die ihn vor dem Wohnhaus des Paares zeigen. Zudem ist Kevin G. kein unbeschriebenes Blatt. Informationen von Reporter.lu zufolge verurteilte ein Gericht ihn bereits im Februar 2023 rechtskräftig wegen ähnlicher Vorwürfe.
Vor Gericht standen aber nun im Februar eben die Ereignisse vom Sommer 2024 im Mittelpunkt. Einer der mutmaßlich Geschädigten schilderte, dass Kevin G. rücksichtslos vorgegangen sei. Mehr als einmal habe er einen Unfall riskiert. „Et kann ee jo nëmme frou sinn, dat do näischt geschitt ass“, merkte die vorsitzende Richterin während der Verhandlung an …
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