Das Projekt Alpha steht in den Startlöchern. Der Bildungsminister setzt bei der Umsetzung der Reform auf Geduld. Doch die Gewerkschaften warnen vor einer Überlastung des Schulsystems. Und besonders kleinere Gemeinden stehen vor einem logistischen Kraftakt.

„Eine gute Idee ist noch lange nicht gut umgesetzt.“ Das sagte der Abgeordnete Ricardo Marques (CSV) Anfang Dezember während einer parlamentarischen Debatte zum Projekt „Alpha“. Der Vertreter der Regierungsmehrheit fasste damit die Skepsis vieler in Bezug auf die geplante Grundschulreform zusammen. Nicht nur in der Abgeordnetenkammer zeigte sich: Die alternative Alphabetisierung auf Französisch findet viele Befürworter, doch die konkrete Umsetzung bleibt umstritten.

Ab dem kommenden Schuljahr soll die Reform aber trotzdem landesweit starten. Bildungsminister Claude Meisch (DP) betont dabei stets die lange Einführungsphase, um den Herausforderungen gerecht zu werden. Doch vor allem die Gewerkschaften des Schulsektors halten seine Hoffnungen und Versprechen für unrealistisch. Hinzu kommen Zweifel an der logistischen Machbarkeit und Sorgen vor akutem Personalmangel.

Schrittweise Umsetzung einer Strukturreform

Das „Institut de Formation de l’Education Nationale“ (IFEN) bietet bereits seit Längerem Weiterbildungsprojekte für das Lehrpersonal an. Da die eigentliche Reform erst ab dem Schuljahr 2027/2028 beginnt, sind zunächst wenige Schüler davon betroffen. Ihre Anzahl und damit der Arbeitsaufwand des Lehrpersonals dürfte jedoch jährlich steigen. Schulen werden also erst nach und nach wissen, wie sie sich vorbereiten müssen. Die Umsetzung der Reform ist ein langer Prozess, der auf fortlaufender Evaluierung und Anpassung basiert, betont denn auch das Bildungsministerium.

Dennoch ist der kommende 15. September das erste Stichdatum. Zu Beginn des Zyklus 1.2 sollen dann nämlich die Lehrkräfte die Eltern beraten, um die passende Alphabetisierungssprache für ihr Kind zu wählen. Ab dem zweiten Trimester lernen die Kinder durch Übungen und Spiele die gewählte Sprache. Ein Jahr später soll dann im Zyklus 2.1, der früheren ersten Grundschulklasse, der Kern der Reform in vollem Umfang greifen …