Eigentlich sollten sich diese Woche fünf Polizeibeamte vor Gericht verantworten. Hauptgegenstand des Verfahrens sind Vorwürfe von Polizeigewalt gegen die früheren Mitglieder der hauptstädtischen Bahnhofswache. Der Prozess wurde jedoch kurzfristig vertagt. Der Grund war, dass zwei Verteidiger beantragt hatten, zwölf weitere Zeugen vorzuladen – darunter frühere Mitglieder des Kommissariats, aber auch der frühere Polizeigeneraldirektor Philippe Schrantz und der Ex-Regionaldirektor für den Bezirk Luxemburg, Patrick Even.
Da die Anhörung der zusätzlichen Zeugen den ursprünglich vorgesehenen Rahmen von drei Verhandlungstagen gesprengt hätte, entschied das Gericht, den Prozess nicht nur auf den 28. April 2026 zu verschieben, sondern ihn auch deutlich auszuweiten. Für die Beweisaufnahme sind nun voraussichtlich sieben Tage angesetzt. Insgesamt sollen drei getrennte Verfahren geführt werden, jeweils mit eigenen Zeugenbefragungen und eigenem Urteil. Alleine im Hauptprozess sollen 15 Zeugen und ein Experte angehört werden. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt in sämtlichen Fällen die Unschuldsvermutung.
Reporter.lu hatte am Dienstag ausführlich darüber berichtet, was den angeklagten Polizisten in diesen Verfahren vorgeworfen wird. Die exklusive Recherche hatte aber auch gezeigt, dass es sich bei den Vorfällen nicht um vereinzelte Entgleisungen gehandelt haben soll. Vielmehr sollen innerhalb der Bahnhofswache über Jahre hinweg systematische Missstände geherrscht haben, wie Berichte der „Inspection générale de la police“ (IGP) zeigen, in die Reporter.lu Einsicht hatte. Dadurch rückt hier auch die Frage nach der Verantwortung in den Fokus …
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