„Anything Goes“, also „alles ist erlaubt“: In seiner zweiten Amtszeit lässt Donald Trump jegliche Hemmungen fallen. Das zeigt sich besonders darin, wie seine Familie, seine Vertrauten und nicht zuletzt der US-Präsident selbst von der Macht seines Amtes profitieren.

Heutzutage ist jeder ein Populist. Präsident Donald Trump richtet seinen Zorn gegen die Eliten in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Dieser Geist hat auch die Finanzmärkte erfasst. Krypto-Währungen, so ihre Befürworter, machen profitorientierte Zwischenhändler überflüssig; Prognosemärkte erlauben es jedem, auf alles zu wetten. Tech-Unternehmer reden direkt mit ihren treuen Investoren in Podcasts statt in Zeitungen. Die Bosse der Wall Street sprechen von der „Demokratisierung“ der Märkte, was in Wirklichkeit bedeutet, dass finanzielle Risiken für alle zugänglich werden.

Die Renditen für Insider – also für Menschen mit Status, Macht oder privilegierten Informationen – müssten also eigentlich sinken. Stattdessen steigen sie rasant. Erstens profitiert davon Donald Trump, der aufgrund seiner politischen Macht der Inbegriff eines Insiders ist, während seiner Amtszeit enorm vor allem durch Krypto-Deals. Zweitens reißen sich CEOs um einen direkten Zugang zum Präsidenten. Drittens bedeutet die Explosion der Prognosemärkte, dass der Wert von Insiderinformationen noch nie so hoch war.

Florierendes Familienbusiness

Beginnen wir mit dem Familienunternehmen des Präsidenten. In seiner ersten Amtszeit konzentrierten sich die Bedenken, dass Donald Trump von der Präsidentschaft finanziell profitiert, auf die Hotels der „Trump Organization“ in Florida und Washington. Diesmal finden die größeren Geschäfte im Ausland statt. Am 17. November gab das Unternehmen bekannt, ein Hotel auf den Malediven zu bauen – eines von mindestens acht Projekten, die derzeit mit dem saudischen Bauträger „Dar Global“ realisiert werden.

Trumps Projekte werden oft von großem Pomp begleitet. Im Mai nahm der vietnamesische Premierminister Pham Minh Chinh am ersten Spatenstich für ein Bauprojekt in der Nähe von Hanoi teil, während das Land über die vom Weißen Haus verhängten Zölle verhandelte. In diesem Monat verabschiedete das serbische Parlament ein Gesetz zum Abriss der Ruinen eines einst von der NATO bombardierten Wahrzeichens, um Platz für ein Trump-Hotel zu schaffen. Dem Präsidenten sind kaum Grenzen gesetzt, wofür er seinen Namen hergibt. Die Lobby des „Trump Tower“ in Manhattan beherbergt ein Café, ein Grillrestaurant, einen Süßwarenladen und eine Whiskybar im Trump-Stil.

Doch wie viel verdient er damit wirklich …