Der Fall des sogenannten „Monsieur Cantine“, über den Reporter.lu exklusiv berichtete, ist weiterhin Thema im politischen Betrieb. Besagter Beamte hatte über Jahre als Nebentätigkeit mehr als 30 Gemeinden beraten und war dafür auch entlohnt worden. Erst kürzlich war er deswegen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nach dem ersten Artikel von Reporter.lu dazu wollte Marc Goergen (Piraten) in einer parlamentarischen Anfrage erfahren, ob es Indizien für ähnliche Fälle gebe. Jetzt liegt die Antwort des zuständigen Ministers vor.
„Die Affäre, auf die sich der Abgeordnete bezieht, war damals einzigartig in ihrer Art und Weise sowie ihrem Umfang und es gibt keine Anzeichen für ein breiteres Phänomen“, schreibt der Minister für innere Angelegenheiten, in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage. Dem Ministerium seien denn auch keine Indizien für andere Fälle dieser Art bekannt, so Léon Gloden (CSV).
Zur Erinnerung: Der Beamte Henri Reding arbeitete zunächst bei der „Trésorerie de l’Etat“ und beim Bildungsministerium, danach bei der Gemeinde Düdelingen und später bei der Gemeinde Lenningen. Neben seinen eigentlichen Aufgaben schuf er sich eine Nebentätigkeit und beriet zwischen 1999 und 2017 insgesamt 35 Gemeinden vor allem in Bezug auf Schulkantinen. Dafür erhielt er Zahlungen oder profitierte etwa von Einladungen zum Essen. Über die Jahre soll er so 700.000 Euro bezogen haben, wie Reporter.lu Ende Mai berichtete.
Erst im April dieses Jahres wurde der 64-Jährige im Rahmen eines „Jugement sur accord“ wegen Korruption, Betrugs und Manipulation seiner Arbeitszeiten zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Ein zweiter Artikel von Reporter.lu Mitte Juni beleuchtete, wie der Beamte so lange schalten und walten konnte und wie er gute Verbindungen zu Politik und Gewerkschaften unterhielt …
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